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Die Risiken beim Onlinebanking

Sonntag, 31. Juli 2011

Das Internet bietet heutzutage viele Erleichterungen: ob die täglichen Einkäufe oder eine Reisebuchung, vieles lässt sich online erledigen. Auch Bankgeschäfte werden vielfach komplett im Wege des so genannten Online- oder Homebanking über das Internet abgewickelt, ob einfache Überweisung, Dauerauftrag oder nur Überprüfung des Kontostands. Doch hier lauern immense Gefahren: über unsichere Internetverbindungen oder mit Hilfe von Programmen wie so genannten Trojanern können kriminelle Hacker die Bankdaten abfangen und das Konto plündern. Im Folgenden soll auf die wichtigsten Gefahren eingegangen werden, die im allzu sorglosen Umgang mit dem Onlinebanking lauern.

Der Ablauf des Onlinebankings

Der Ablauf der Banktransaktionen über das Internet ist denkbar einfach: der Kunde loggt sich auf der Webseite seiner Bank oder mit Hilfe einer speziellen Homebanking-Software mittels seiner Kontonummer oder einer vergebenen Login-Nummer ein; notwendig ist daneben ein Passwort, das meist frei wählbar ist. Nach Abschluss dieses Vorgangs kann man von der Bankseite oder der Bedienoberfläche der Homebanking-Software aus seinen Kontostand abrufen, Überweisungen tätigen oder Daueraufträge einrichten. Jedoch lauert hier die große Gefahr: wird die Verbindung zur Bank nicht sicher aufgebaut, ist diese beispielsweise nicht hinreichend verschlüsselt oder befinden sich auf dem PC des Nutzers Spähprogramme, so genannte Trojaner, mit deren Hilfe die kompletten auf dem PC durchgeführten Abläufe vom Hacker überwacht werden können, können Dritte die maßgeblichen Daten, Login-Nummer und Passwort, herausfinden und benutzen, um sie gegen den rechtmäßigen Kontoinhaber zu verwenden und vom Konto unberechtigt Abhebungen vorzunehmen. Um dieses Problem zu lösen, bedienen sich die Banken verschiedener Sicherheitsmaßnahmen: so werden beispielsweise so genannte TANs (Transaktionsnummer) vergeben, die bei jeder Transaktion eingegeben werden müssen, um die Rechtmäßigkeit zu verifizieren. Während früher den Kunden meist Listen mit mehreren solcher TANs zugesendet wurden, gehen die Banken inzwischen aus Sicherheitsgründen vermehrt dazu über, für jeden Vorgang eine eigene TAN mittels eines speziellen Generators oder per SMS generieren zu lassen, um noch größeren Schutz zu gewährleisten. Dort müssen dann neben einer Startnummer der zu überweisende Betrag sowie die Kontonummer des Empfängers angegeben werden, woraufhin dann eine individuelle TAN erstellt wird. Daneben sind auch andere Verfahren zum Schutz der Kundendaten üblich.

Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen dazu, dass der Zugang zum persönlichen Onlinebankingbereich von Dritten „gehackt“ wird, kann immenser Schaden entstehen.

Die Haftung bei Missbrauch

Fraglich ist dann, wer dafür haften muss, wenn sich Unberechtigte in das Banksystem einschleusen und beispielsweise Überweisungen vornehmen.

Grundsätzlich gilt hier nichts anderes als bei einer Überweisung per Hand mittels eines Überweisungsformulars: prinzipiell hat bei den eigens gesetzlich im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) geregelten Giroverträgen, auf welchen eine Banküberweisung üblicherweise beruht, die Bank, die die Überweisung vornimmt, einen Anspruch auf Erstattung des überwiesenen Betrags gegen den Kunden, der die Überweisung veranlasst hat. Hat sie diesen Betrag bereits wieder vom Kundenkonto eingezogen, muss sie diesen im Fall unberechtigter Buchung zurückerstatten. Für die Frage, ob der Kunde diesen Betrag ersetzen muss, ist daher regelmäßig erheblich, ob der Kunde die Überweisung zurechenbar veranlasst hat, das heißt, ob der Kunde einen Rechtschein gesetzt hat, aufgrund dessen die Bank vom Willen des Kunden zur Tätigung der Überweisung ausgehen konnte. Von einem solchen Rechtschein kann die Bank jedenfalls dann nicht ausgehen, wenn die PIN oder TAN-Liste bereits auf dem Weg zum Kunden verloren geht; nimmt die Bank eine auf eine Überweisung gerichtete Erklärung des Kunden entgegen, bevor sie sichergestellt hat, dass die Liste diesen erreicht hat, und kann sie daher nicht von der Echtheit dieser Erklärung ausgehen, trägt die Bank das Risiko eines Missbrauchs. Gehen hingegen die Liste oder sonstige wichtige Unterlagen, die einem Dritten den Zugriff ermöglichen, beim Kunden selbst verloren, ergibt sich gegen diesen jedenfalls ein Schadensersatzanspruch wegen Verletzung seiner Sorgfaltspflicht im Umgang mit Dokumenten sowie die Geheimhaltungspflicht aus dem mit der Bank geschlossenen Girovertrag, wenn der Kunde nicht nachweisen kann, dass ihn kein Verschulden hinsichtlich des Verlustes trifft; er muss nachweisen, dass er die im Verkehr übliche Sorgfalt im Umgang mit solchen Dokumenten angewendet hat. Ansonsten besteht in diesem Fall ein Schadensersatzanspruch der Bank gegen den Kunden auf Ersatz der Aufwendung.

Der Anscheinsbeweis

Umstritten ist, ob der Bank der so genannte Anscheinsbeweis zu Gute kommt: danach wird grundsätzlich zunächst zu ihren Gunsten vermutet, dass die getätigte Überweisung berechtigt ausgeführt wurde. Der Kunde muss diese Vermutung dann erst durch einen Beweis erschüttern, indem er beispielsweise einen konkreten Missbrauch auf Grund einer gestohlenen TAN-Liste darlegt. Diese Grundsätze sind zunächst für EC-Kartenfälle entwickelt worden; ob sich die Rechtsprechung dem auch hinsichtlich des Onlinebankings anschließt, bleibt fraglich (gegen die Annahme des Anscheinsbeweises Landgericht Mannheim, 16.05.2008, Az. 1 S 189/07; dafür im Bereich von EC-Karten Bundesgerichtshof, 05.10.2004, Az. XI ZR 210/03).

Bei Hackerangriffen

Fraglich ist, ob diese Grundsätze auch anzuwenden sind, wenn sich Hacker mittels eines Virus oder ähnlich der maßgeblichen Daten bemächtigen. Der mögliche Anknüpfungspunkt für eine Pflichtverletzung als Voraussetzung für einen  Schadensersatzanspruch wäre lediglich im Schaffen einer unsicheren Lage, die für das Eindringen mittels schädlichen Viren geeignet ist, zu sehen. Ob bei einem organisierten Hackerangriff ein dahingehendes Verschulden vorliegt, bleibt jeweils im Einzelfall zu beurteilen; sofern der Kunde allerdings eine aktuelle Antivirensoftware auf seinem PC installiert hat und öffentliche WLAN-Netze meidet, wird er seinen Pflichten wohl meist Genüge getan haben (vgl. bezüglich der Erfordernisse an den Kunden Amtsgericht Wiesloch, 20.06.2008, Az. 4 C 57/08, das davon ausgeht, dass sogar ein kostenloses Antivirenprogramm ausreicht, um den Sorgfaltsanforderungen Genüge zu tun; dazu auch Landgericht Mannheim, 16.05.2008, Az. 1 S 189/07). Dabei muss ein Bankkunde auch nicht zwingend ein sichereres TAN-System verwenden, das zwar von der Bank angeboten wird, aber kostenpflichtig ist, wenn auch ein anderes genutzt werden kann (vgl. auch hierzu das insgesamt sehr instruktive Urteil des Amtsgerichts Wiesloch, 20.06.2008, Az. 4 C 57/08).

Wenn die Kontonummer falsch ist…

Daneben ist  bei den schnellen Überweisungen per PC, die häufig vorgenommen werden, ohne dass eine weitere Kontrolle stattfindet, fraglich, was bei der Eingabe beispielsweise einer falschen Kontonummer passiert. Glück hat derjenige, dessen Falscheingabe als Kontonummer nicht existiert; die Buchung wird dann nicht vorgenommen. Wird das Geld tatsächlich einer anderen als der gewünschten Person gutgeschrieben, kann man natürlich von dieser das Geld zurückverlangen; allerdings existiert im deutschen Recht das Institut der so genannten Entreicherung, wonach die Person das Geld nicht zurückzahlen muss, wenn sie es ohne rechtliche Grundlage erlangt und eine Ausgabe damit getätigt hat, die sie ohne den Geldsegen nicht gemacht hätte. Daneben ist daher fraglich, ob auch die überweisende Bank in Anspruch genommen werden kann. Grundsätzlich kommt auch hier ein Schadensersatzanspruch wegen Verletzung des Girovertrages in Betracht, da eine Nachprüfung der Übereinstimmung von Kontonummer und Empfängername in solchen Fällen unterbleibt. Das Amtsgericht München verneint eine solche Pflicht der Bank jedoch; diese müsse bei Onlineüberweisungen den Empfänger, anders als bei handgeschriebenen Überweisungen, nicht gesondert nachprüfen (Amtsgericht München, 18.6.07, AZ 222 C 5471/07). Der Kunde muss dies hinnehmen, da er auch die Vorteile des Onlinebanking genießt. Demjenigen, der die falsche Kontonummer angegeben hat, bleibt also in derartigen Fällen keine andere Wahl, als die Überweisung an den richtigen Empfänger nochmals durchzuführen, will er sich vor dessen Ansprüchen schützen.

Rechtsanwälte für Online-Rechtsberatung gesucht

Dienstag, 20. Juli 2010

Recht-gehabt.de sucht Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, die im InternetRechtsberatung anbieten möchten. Unser dynamisch wachsendes Portal führt die zukünftige Mandantschaft direkt zu Ihnen. Der Clou: Die Abrechnung Ihrer Leistungen erfolgt vollautomatisch durch unser Rechnungscenter und Sie erhalten die eingezogenen Beträge am Monatsende in einer Partnerabrechnung gesammelt ausgezahlt. Einfacher geht es kaum.

Wir von Recht-gehabt.de arbeiten derzeit an einer Online-Rechtsberatung. Diese wird es Nutzern ermöglichen, ihren Rechtsanwalt direkt über das Internet zu kontaktieren und innerhalb kürzester Zeit eine Antwort auf juristische Probleme zu erhalten. Geplant sind dabei zwei wesentliche Module. Einerseits “Anwalt zum Festpreis” und andererseits die klassische “Online-Rechtsberatung”. Für beide Funktionen suchen wir derzeit Rechtsanwälte, die mit uns kooperieren mögen.

Anwalt zum Festpreis

Die Funktion “Anwalt zum Festpreis” ist mit einem Onlineshop zu vergleichen. Für standardisierte Beratungsvorgänge gibt es vorgefertigte Produkte, wie beispielsweise “Nebenkostenabrechnung prüfen”, “Arbeitsvertrag prüfen” oder auch “AGB für eBay erstellen”. Als Anwalt können Sie Ihre Dienstleistungen für diese Produkte zu einem Festpreis anbieten, wie beispielsweise für die Prüfung einer Nebenkostenabrechnung 69,- Euro. Interessiert sich ein Nutzer für Ihre Dienstleistung, so kann er Sie einfach

Alle Vorteile im Überblick

  • Automatische und einfache Abrechnung
  • Mehr Mandanten gewinnen
  • Arbeit auch von zu Hause aus
  • Kommunikation auf Wunsch komplett online
  • Verschlüsselte und sichere Server

Sprechen Sie uns an

über eine Eingabemaske und unseren mit SSL-Technologie verschlüsselten Server kontaktieren. Dabei ist es möglich, Anhänge mit hochzuladen, die Sie als Anwalt direkt prüfen können. Die Anfrage ist dabei nur für Sie persönlich einseh- und beantwortbar. Sobald Sie beispielsweise die Nebenkostenabrechnung überprüft haben, können Sie dem Mandanten über Ihren Nutzeraccount die Antwort mitteilen und ebenfalls (z.B. geänderte) Dokumente hochladen. Unser Rechnungscenter zieht für Sie vollautomatisch die Beträge von Nutzer ein und überweist diese sodann an Sie weiter.

Bei “Anwalt zum Festpreis” mitmachen!


Online-Rechtsberatung

Die Online-Rechtsberatung ist eine klassische Rechtsberatung im Internet. Der Nutzer stellt seine Frage online, die für alle am System angeschlossenen Rechtsanwälte und andere Nutzer öffentlich sichtbar ist. Als Anwalt reservieren Sie sich eine offene Frage und haben anschließend Zeit, diese zu beantworten. Die Antwort ist ebenso wie die Frage öffentlich einsehbar. Hat der Mandant noch Nachfragen, so kann er eine kostenlose Nachfrage an Sie richten. Auch hier erfolgt die Abrechnung bequem über unser Rechnungscenter in einer Partnerabrechnung am Monatsende.

An der Onlinerechtsberatung teilnehmen


Haben Sie Interesse?

Wenn Sie Rechtsanwalt sind und Interesse an einer derartigen Kooperation haben, so kontaktieren Sie uns bitte. Wir freuen uns über jede Kontaktaufnahme und die Bereitschaft ein oder mehrere Festpreisprodukte  beziehungsweise Onlineberatung zu übernehmen. Gerne stellen wir Ihnen auch weitere Informationen zur Verfügung. Der Start für beide Produkte ist für Ende August geplant. Anwälte die sich bis dahin bei uns melden können sich als Kooperationspartner der ersten Stunde daher auf attraktive Einstiegskonditionen freuen.

Bitte sprechen Sie uns an!

 
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