Altersteilzeit - was ist das? Wer kann in Altersteilzeit gehen?

Nicht jeder Arbeitnehmer kann oder will es sich vorstellen, bis zum 67. Lebensjahr Vollzeit zu arbeiten. Außerdem kann es auch schwierig sein, von einem Tag auf den anderen mit dem Arbeiten aufzuhören und nicht zugleich in ein „Loch“ zu fallen, weil man plötzlich und ungewohnt „zu viel“ Freizeit hat. Deshalb schaffte der Gesetzgeber 1996 mit dem Altersteilzeitgesetz eine sogenannte Altersteilzeit (der Arbeitnehmer arbeitet mit eintritt in diese nur noch die Hälfte seiner normalen Arbeitszeit), die dazu dienen soll den Wechsel in den Ruhestand vorzubereiten und so einen gleitenden Ausstieg aus dem Arbeitsleben zu ermöglichen. Außerdem soll die Verkürzung der Arbeitszeit der älteren Arbeitnehmer und die damit verbundene Senkung der Ausgaben der Arbeitgeber die Anstellung jüngerer Arbeitnehmer oder Übernahme der Azubis fördern.

Die Altersteilzeit ist besonders attraktiv, weil der Arbeitnehmer einen sogenannten Aufstockungsbetrag von mindestens 20 % des Bruttolohns erhält und seine Rentenversicherungsbeiträge trotz der Teilzeit auf 90 % der ursprünglichen Vollzeitbeiträge aufgestockt werden. (Bsp.: Wenn der Arbeitnehmer € 3.000,- Brutto für Vollzeitarbeit verdiente, so bekommt er in der Altersteilzeit € 1.500,- (für die Hälfte der Arbeitszeit) und zusätzlich mindestens € 300,- (entspricht mind. 20 % vom Teilzeitbruttolohn), die außerdem nicht sozialversicherungspflichtig sind.)
Das Gesetz sieht vor, dass Arbeitnehmer die Altersteilzeit bei ihrem Arbeitgeber beantragen können, die

- das 55. Lebensjahr erreicht haben und
- in den letzten fünf Jahren vor Beginn der Altersteilzeit mindestens 1080 Kalendertage versicherungspflichtig beschäftigt waren.

Für die Altersteilzeit selbst sind zwei Modelle vorgesehen, ein Teilzeit- und ein Blockmodell. Beim Teilzeitmodell arbeitet der Arbeitnehmer bis zum Eintritt in den Ruhestand nur noch die Hälfte der Arbeitszeit und erhält dafür den aufgestockten Teilzeitlohn (s.o.). Beim Blockmodell wird die bis zum Renteneintritt verbleibende Arbeitszeit in zwei gleiche Blöcke aufgeteilt: Im ersten Block arbeitet der Arbeitnehmer weiterhin Vollzeit, erhält jedoch "nur" den aufgestockten Teilzeitarbeitslohn (s.o.). Im zweiten Block wird er vollständig von der Arbeit freigestellt und muss gar nicht mehr arbeiten, erhält aber weiterhin den Lohn wie im ersten Block.

Ferner können Arbeitnehmer und Arbeitgeber auch andere Teilzeitregelungen (z.B. Arbeit und Freistellung im Wechsel) und Aufstockungsbeträge (aber mindestens 20 %!) vereinbaren. Außerdem schreiben viele Tarifverträge höhere Aufstockungsbeträge vor (so z.B. IG-Metall mit 35 % über dem Teilzeitarbeitslohn) und können auch andere Modalitäten wie das Eintrittsalter regeln.

(tw) vom 03.07.2009

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