Berichtigung des Arbeitszeugnis: In welchem Zeitraum geltend zu machen?

Ist das Arbeitszeugnis unrichtig, so hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf Berichtigung des Zeugnisses. Allerdings unterliegt dieser Anspruch einer sogenannten "Verwirkung". Macht der Arbeitnehmer von seinem Berichtigungsanspruch längere Zeit keinen Gebrauch und darf der Arbeitgeber darauf vertrauen, dass eine Berichtigung nicht mehr gewünscht wird, so erlischt der Anspruch auf Berichtigung. Nach welchem Zeitraum das der Fall ist, ist in der Rechtsprechung nicht abschließend geklärt. Teilweise wurden früher nur vier Wochen als ausreichend angesehen (LAG Saarland, 28.02.1990, Az.: 1 Sa 209/89). In der neueren Rechtsprechung werden fünf bis 11 Monate für angemessen angesehen, um die Zeugnisberichtigung geltend zu machen (LAG Mainz, 14.03.2002, Az.: 1 Sa 1433/01). Wann das Berichtigungsrecht verwirkt ist, hängt immer von den Umständen ab. Insbesondere ist auch entscheidend, ob der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber suggeriert hat, er werde seinen Anspruch nicht weiter verfolgen. Das Landesarbeitsgericht Köln entschied dazu, dass "ein Arbeitnehmer [der] sein Berichtigungsbegehren zunächst unter Fristsetzung mit Klageandrohung geltend gemacht und dann in der Folgezeit trotz definitiver Anlehnung durch den Arbeitgeber sein Berichtigungsbegehren ohne ausdrückliche Zurückstellung nicht weiterverfolgt, gleichzeitig aber mit dem Arbeitgeber einen intensiven Schriftwechsel und mehrere Gespräche über die von ihm auszuübende Tätigkeit geführt" hat, seinen Anspruch auf Zeugnisberichtigung verwirkt hat (LAG Köln, 8.02.2000, Az.: 13 Sa 1050/99).

(tw) vom 04.11.2008

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