Eigenmächtig Urlaub genommen, droht die Kündigung?

Nimmt der Arbeitnehmer sich eigenmächtig frei, ohne Urlaub zu haben, so reicht das bereits als Kündigungsgrund aus. Das hat das Landesarbeitsgericht Mecklenburg-Vorpommern entschieden (LAG Mecklenburg-Vorpommern, 14.12.2005, Az.: 2 Sa 451/05). Dieses rechtfertigt nach Ansicht des Gerichts bereits eine außerordentliche Kündigung im Sinne von § 626 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB). Dabei kommt es nach Ansicht des Gerichtes auch nicht darauf an, ob die Urlaubsverweigerung willkürlich war oder nicht. Schließlich hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit einstweiligen Rechtschutz in Anspruch zu nehmen, um zumindest vorläufig den Urlaub zu sichern. Das entspricht auch der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts, das ausführt "Ein Recht des Arbeitnehmers, sich selbst zu beurlauben, ist angesichts des umfassenden Systems gerichtlichen Rechtsschutzes grundsätzlich abzulehnen" (Bundesarbeitsgericht, 20.01.1994, Az.: 2 AZR 521/93). Anders kann es nur sein, wenn im Einzelfall gerichtliche Hilfe nicht rechtzeitig zu erlangen ist, weil die Arbeitsstelle z.B. im Ausland liegt.

(tw) vom 26.10.2008

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