Gerüchte als Kündigungsgrund ausreichend?

Stellen Sie sich vor, ein Arbeitskollege von Ihnen setzt ein Gerücht in die Welt, in welchem z.B. vom Drogenhandel oder sogar der Prostitution ihrerseits die Rede ist. Dies verbreitet sich dann wie ein Lauffeuer in Ihrer Abteilung bis hin zur Geschäftsleitung und geht sogar soweit, dass Ihnen aufgrund der Gerüchte die Kündigung ausgesprochen wird.
Ist dies dann etwa rechtens?
Nein, definitiv nicht.
Nach dem Urteil des Arbeitsgerichts Frankfurt a. M. reichen Gerüchte nicht für eine Kündigung aus. Denn besteht z.B. der Hinweis eines Außenstehenden, ein bzw. der Mitarbeiter könnte in Drogengeschäfte verwickelt sein, so reicht dies laut Gericht noch keinesfalls für eine Kündigung aus. Denn „Gerüchte gegen einen Mitarbeiter können noch keinen konkreten Tatverdacht gegen diesen begründen“.
Es müssen dann schon hinreichende Beweise für solche Behauptungen vorliegen, um entsprechend handeln zu können. Wer also bestimmte Zweifel hegt sollte zu aller erst nach Beweisen suchen bevor er dadurch nur vielleicht den Ruf des jeweiligen Mitarbeiters zur Strecke bringt (Arbeitsgericht Frankfurt a. M., Az.: 7 Ca 8974/99). Im übrigen macht sich auch derjenige Strafbar, der die Gerüchte verbreitet: Wer nämlich wider besseren Wissens Tatsachen behauptet, die unwahr sind und das Opfer herabwürdigen, begeht eine Verleumdung, § 187 StGB. Und wer Tatsachen behauptet oder verbreitet, welche geeignet sind das Opfer verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen, begeht eine üble Nachrede, § 186 StGB. Darauf kann es bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe geben. Dabei reicht es schon aus, dass es unsicher ist, ob die Geschichte stimmt oder nicht. Kann der Nachbar nicht genau beweisen, dass die Tatsache stimmt macht er sich bereits strafbar. Er bewegt sich also auf gefährlichem Terrain.

vom 17.10.2008

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