Nicht grüßen des Vorgesetzten, ist das ein Kündigungsgrund?

Man stelle sich folgende Situation vor:
Ein Arbeitnehmer hegt einen Groll gegen seinen Vorgesetzten bzw. seinen Arbeitgeber und hört nach etlichen Streitereien einfach auf, diesen weiterhin auf der Straße, im Büro oder wo auch immer zu grüßen. Es stellt sich dann schliesslich die Frage, ob man allein dafür gekündigt werden kann, dass man nicht (mehr) grüßt. Ist dies im Sinne unseres Gesetzes?
Nein, ganz und gar nicht.
So verneinte dies klar das Landesarbeitsgericht Köln in einem Urteil. Denn selbst wenn der Arbeitnehmer das Grüßen mehrfach aus Verärgerung verweigere, stelle dies noch keine grobe Beleidigung gegen denjenigen dar. Es spiele auch noch keine Rolle, ob man auch dann nicht grüßt wenn z.B. die Geschäftsführung zu erst grüßt.
Ein einfaches Nicht-Grüßen reicht somit für eine Kündigung noch nicht aus und das Arbeitsverhältnis bleibt weiterhin bestehen. Trotz allem sollte man jedoch stets die Konsequenzen im täglichen Leben im Auge behalten und sich vielleicht mal darüber im Klaren werden, ob es wirklich lohnenswert ist dadurch das gesamte Arbeitsklima zu zerstören. Denn gekündigt werden kann man zwar nicht, jedoch leidet man selbst dann täglich an den Launen des Arbeitgebers (Landesarbeitsgericht Köln, Az.: 9 (7) Sa657/05).

vom 17.10.2008

Musterschreiben und weitere Informationen
Verkauf durch unseren Partner formblitz.de
» Alle Vorlagen und Ratgeber ansehen