Privat gesurft am Arbeitsplatz – ist eine Kündigung rechtens?

Gesponsorter Beitrag Was bedeutet das?

Dass sich Menschen in ihrer Freizeit gern im Internet aufhalten, mit Freunden und Bekannten in sozialen Netzwerken kommunizieren und einen Großteil ihrer Einkäufe per Mausklick erledigen, ist sicher nichts Neues. Dennoch herrscht in vielen Firmen noch immer Unklarheit darüber, ob das Surfen am Arbeitsplatz grundsätzlich verboten werden sollte, welche Folgen es hat, wenn der Arbeitnehmer während seiner Arbeitszeit private E-Mails checkt und was passiert, wenn illegale Downloads vom Firmenrechner aus sogar rechtliche Folgen nach sich ziehen. Das Unwissen über den rechtlichen Rahmen sorgte in der Vergangenheit immer wieder für zum Teil überhastete fristlose Kündigungen, Abmahnungen und für beide Seiten teure Gerichtsverfahren. Wie aber bewertet der Gesetzgeber das private Surfen im Internet?

Surfen in der Probezeit – sicher keine gute Idee

Wer gerade einen neuen Job angetreten hat, tut gut daran, sich im Gespräch mit Kollegen über die Unternehmenskultur zu informieren, zu der sicher auch Regelungen über das Surfen während der Arbeitszeit gehören. Wichtig ist aber, dass die Aussage eines Kollegen, dass der Arbeitgeber nichts gegen gelegentliches Surfen habe, kein Freibrief ist. Letztlich zählt, was im Arbeitsvertrag vereinbart oder in den Unternehmensrichtlinien schriftlich fixiert wurde. Bei einem befristeten Probearbeitsverhältnis ist doppelte Vorsicht geboten. Der Arbeitnehmer hat hierbei keine Möglichkeit, sich gegen eine Kündigung zu wehren, weil der Gesetzgeber hier keinerlei Kündigungsschutz vorsieht. In diesem Fall bedarf es nicht einmal einer der Kündigung vorgeschalteten Abmahnung.

Kommunikation ist alles

Vor Gericht zählt allein, dass Angestellte ihren vertraglichen Verpflichtungen in vollem Umfang nachkommen. Wer täglich mehrere Stunden privat im Internet surft, kann seine Arbeit natürlich nicht so erledigen, wie es sich der Arbeitgeber vorstellt. Ist das Surfen im Unternehmen kategorisch verboten, sollten Arbeitgeber kein Risiko eingehen. Für illegale Downloads und durch das Surfen entstehende Kosten oder rechtliche Konsequenzen haftet erst einmal der Arbeitgeber. Dieser ist allerdings nicht befugt, die Accounts seiner Mitarbeiter dauerhaft zu kontrollieren. Es ist außerdem nicht gestattet, nach jahrelanger Duldung die private Internetnutzung spontan zu untersagen. Um juristische Auseinandersetzungen schon im Vorfeld zu vermeiden, ist eine klare Absprache im Interesse aller Beteiligten. Wenn es doch einmal zum Konflikt kommt, sollte dem Arbeitnehmer klar sein, dass es unangenehme Folgen haben kann, sich über ein Surfverbot im Unternehmen hinwegzusetzen. In Fällen schweren Fehlverhaltens hatten schon fristlose Kündigungen Bestand vor Gericht. Wer während der Arbeitszeit Webseiten mit pornografischem Inhalt anschaut, läuft ebenfalls Gefahr, seinen Job zu verlieren. Schließlich kann ein solches Verhalten als rufschädigend eingestuft werden.

vom 22.02.2015

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