Wann haftet der Arbeitnehmer für einen Fehlbestand bei Waren- oder Kassenbeständen?

Diese sog. Mankohaftung stellt einen Sonderfall der Arbeitnehmerhaftung dar und folgt nach Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichtes (BAG) den für das Arbeitsrecht entwickelten Grundsätzen der Haftungserleichterung. Somit haftet der Arbeitnehmer bei leichter Fahrlässigkeit nicht und der Arbeitgeber hat zu beweisen, dass den Arbeitnehmer ein Verschulden trifft und er allein Verfügungsgewalt über die Kassenbestände hatte.

Von diesen Grundsätzen kann jedoch durch eine individuell vereinbarte sog. Mankoabrede abgewichen werden. In einer solchen Mankoabrede kann auch eine verschuldensunabhängige Haftung des Arbeitnehmers vereinbart werden. Wirksam ist die Mankoabrede, wenn der Haftungsumfang klar und eindeutig umfasst ist, der Arbeitnehmer eine sog. Fehlgeldentschädigung erhält, die so bemessen ist, dass der Arbeitnehmer aus ihr Fehlbestände abdecken kann und der Arbeitnehmer die alleinige Verfügungs- und Zugriffsmöglichkeit auf das ihm anvertraute Geld hat.

(tw) vom 10.06.2009