Widerruf Urlaub durch Arbeitgeber - zulässig oder muss Mitarbeiter zustimmen?

Grundsätzlich muss der Arbeitgeber dem Urlaubswunsch des Arbeitnehmers nachkommen. Abgelehnt werden kann der gewünschte Urlaub nur, wenn dringende betriebliche Gründe entgegenstehen. Allerdings fordern die Arbeitsgerichte strenge Vorgaben ein.

Ist der Urlaub erst einmal angetreten, so ist es grundsätzlich nicht möglich, den Urlaub zu widerrufen. Nur wenn der Arbeitnehmer mitspielt und dem Widerruf zustimmt, ist dieser zulässig. Weigert sich der Arbeitnehmer aus dem Urlaub zurückzukehren, so ist es auch unzulässig das Urlaubsgeld nachträglich zu streichen (ArbG Ulm, 29.07.2004, Az.: 1 Ca 118/03). Allerdings kann in besonders dringenden Fällen die sogenannte "Geschäftsgrundlage" für die Urlaubsgewährung entfallen sein. Dafür muss allerdings eine existenzbedrohende Situation für den Arbeitgeber vorliegen. Dann ist der Arbeitnehmer verpflichtet seinen Urlaub gegebenenfalls auch abzubrechen oder anzupassen. Allerdings kann der Chef darüber nicht eigenmächtig entscheiden, sondern er muss sich mit dem Arbeitnehmer einigen. Spielt dieser nicht mit, so muss er ihn auf ¨nderung des Urlaubs verklagen - notfalls im Wege des einstweiligen Rechtschutzes (ArbG Ulm, 29.07.2004, Az.: 1 Ca 118/03).
Dann muss der Arbeitgeber allerdings auch die Kosten ersetzen, die Ihnen entstanden sind, um die Reise zu stornieren.

Im Übrigen gilt: Wurde im Arbeitsvertrag vereinbart, dass der Arbeitgeber den Arbeitnehmer einseitig aus dem Urlaub zurückrufen kann, so ist eine derartige Klausel unwirksam, da darin ein Verstoß gegen § 13 Abs. 1 Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) liegt.

(tw) vom 26.10.2008