Wie lange dauert die Probezeit beim Arbeitsvertrag?

Das Vorstellungsgespräch ist geschafft, es liegt der erste Arbeitsvertrag im Briefkasten. Doch ist die darin vereinbarte Probezeit nicht zu lang...?

Die Probezeit kann für unterschiedliche Berufe verschieden lang sein. Je nach dem wie einfach oder kompliziert eine Tätigkeit ist kann eine entsprechend kurze oder längere Probezeit vereinbart werden. Das Bundesarbeitsgericht hält in jedem Fall (auch bei den einfachsten Tätigkeiten) eine Probezeit von sechs Monaten, die auch gesetzlich im § 622 Abs. 3 BGB als Anhaltspunkt angegeben sind, für angemessen (BAG, Urteil vom 24.01.2008, Az. 6 AZR 519/07).
Auf die Probezeit kann im Arbeitsvertrag auch gänzlich verzichtet werden. Eine geschriebene Höchstgrenze gibt es für die Probezeit grundsätzlich nicht. Daher kann sie auch länger als sechs Monate sein, wenn ein sachlicher Grund vorliegt (BAG Urteil vom 21.04.1966 AP BAT § 53 Nr. 1). Dabei greift allerdings nach Ablauf des sechsten Monats gem. § 622 Abs. 3 BGB der gesetzliche Kündigungsschutz ein, weshalb eine sechs Monate überschreitende Probezeit praktisch keinen Sinn hat und daher so gut wie nie vereinbart wird.

Auf jeden Fall sollte darauf geachtet werden, ob der Arbeitsvertrag einer Tarifvereinbarung unterliegt. Sollte es der Fall sein, so haben sowieso die tarifvertraglichen Beschränkungen der Dauer der Probezeit Vorrang!

(tw) vom 01.06.2009

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