Bankenpleite: Sind Geldanlagen bei Finanzkrisen besonders gesichert?

Grundsätzlich gilt: Geht eine Bank pleite, so ist auch das Ersparte weg, soweit es auf Tagesgeld-, Spar- oder Girokonten liegt. Bei Fondsanlagen oder Aktien besteht keine Gefahr. Diese verwahrt die Bank nur für den Kunden im Depot. Daher bleiben sie im Eigentum des Kunden. Sollte die Bank insolvent gehen, so kann der Kunde die Wertpapiere bei seiner Bank herausverlangen.

Die Geldeinlagen sind jedoch besonders gesichert. In Deutschland sind die Banken gesetzlich dazu verpflichtet einem sogenannten Einlagensicherungsfonds beizutreten. Das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (EAEG) regelt, dass die Banken verpflichtet sind ihre Einlagen zu sichern. Dafür wurden bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) Entschädigungseinrichtungen gebildet. Für die privaten Banken ist die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken GmbH (EdB) zuständig. Entschädigung können alle Privatpersonen, Personengesellschaften sowie kleine Kapitalgesellschaften verlangen. Dabei werden allerdings nur 20.000 Euro gesichert, bei einem Selbstbehalt von 10%. Sollte die Bank tatsächlich pleite sein, so ist der Entschädigungsanspruch innerhalb eines Jahres nach Bekanntgabe des Entschädigungsfalls schriftlich anzumelden.

Zusätzlich besteht in der Regel eine freiwillige Einlagensicherung. Dazu haben die Banken sich zusammengeschlossen, um untereinander die Kundeneinlagen zu sichern. Geschützt werden regelmäßig Giro- und Spareinlagen. Ob die Bank einem solchen Einlagensicherungsfonds angehört muss sie schon bei der Kontoeröffnung deutlich machen, wie § 23a Kreditwesengesetz klarstellt. Insofern empfielt es sich auch zu klären wie hoch der Einlagensicherungsfonds für die jeweilige Bank ist, da auch dieser nicht unbeschränkt haftet. Das kann online beim Bundesverband deutscher Banken geprüft werden. Ist die Bank insolvent, so übernimmt der Einlagensicherungsfonds den Teil, den die EdB (siehe oben) nicht übernimmt. Übernommen wird also der 10%ige Selbstbehalt und die Einlagen, die 20.000 Euro überschreiten - allerdings nur bis zur maximalen Höhe, die der Fonds abdeckt.

• Sonderfall: Ausländische Banken (z.B. Fall der Kaupthing Edge Bank/Parex Bank)
Das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (EAG) gilt allerdings nicht für Zweigniederlassungen von Banken aus der Europäischen Union, wenn diese eine Einlagensicherung im Heimatland aufweisen. So war es beispielsweise im Fall der isländischen Kaupthing Edge Bank, die insolvent wurde oder bei der Parex Bank aus Lettland. Der deutsche gesetzliche Sicherungsfonds gilt für diese Bank nicht, sodass die Anleger auf den isländischen Einlagensicherungsfonds verwiesen werden mussten. Meist sind diese Fonds ähnlich wie in Deutschland organisiert - dennoch bleibt ein größeres Risiko für denjenigen, der sein Geld bei einer ausländischen Bank anlegt, da die Rückgewähr im Ausland abgewickelt werden muss.

(tw) vom 02.11.2008

Musterschreiben und weitere Informationen
» Alle Vorlagen und Ratgeber ansehen