Limited gründen: Was ist eine Limited? Vor- und Nachteile einer Ltd.?

Vor einigen Jahren ist die Gesellschaftsform der Limited (Ltd.) auf den deutschen Markt geraten. Dabei handelt es sich um eine Gesellschaftsform aus England. Der Grund dafür war ein Urteil des europäischen Gerichtshofs (EuGH), der klarstellte, dass europäische Gesellschaften in allen Ländern der Europäischen Union wegen der Niederlassungsfreiheit umfassend anzuerkennen sind. Daher ist die Ltd. auch für deutsche Gründer jetzt zugänglich.

Zu unterscheiden ist jeweils zwischen der Private Limited Company by shares (Ltd.) und der Public Limited Company (PLC). Beide Formen sind Aktiengesellschaften. Während letztere mit der deutschen Aktiengesellschaft (AG) zu vergleichen ist, bei der die Aktien der Öffentlichkeit zustehen, handelt es sich bei der Ltd. um eine Gesellschaftsform, die der Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) ähnlich ist.

Eine Limited hat drei Stellen, die bei der Gründung zu besetzen sind. Der Shareholder (Aktionär, Gesellschafter), der Director/Board of Directors (Geschäftsführer) und der Company Secretary (Gesellschaftssekretär). Notwendig ist mindestens ein Shareholder (Gesellschafter). Dieser muss mindestens einen Director (Geschäftsführer) berufen. Der Director ernennt widerrum den Company Secretary, der allerdings kein Organ der Gesellschaft ist, sondern die Gesellschaft nur verwaltet und mit den englischen Behörden in Kontakt tritt. Seit 2008 ist dieser aber nicht mehr zwingend nötig.

Die Vorteile einer Limited sind vorallem, dass nur eine Einlage von einem britischen Pfund geleistet werden muss. Für eine GmbH Gründung sind derzeit noch 25.000 Euro notwendig. Zudem ist eine Ltd. innerhalb weniger Tage gegründet. Die Gründung einer GmbH ist hingegen sehr viel zeitaufwändiger. Zudem ist die Haftung der Gesellschafter begrenzt. Grundsätzlich haftet nur das Gesellschaftsvermögen und nicht der Gesellschafter persönlich. Insofern verbindet die Ltd. die schnelle und kostengünstige Gründung mit der Haftungsbeschränkung der GmbH.

Jedoch gibt es auch Nachteile, die die Gründung einer Ltd. mit sich bringt. So sind eine Adresse und ein Vertreter in England notwendig. Dieses wird in der Regel über die Gründungsagenturen in England sichergestellt. Zudem Eine Limited, die ihre Haupttätigkeit in Deutschland ausführt muss sowohl eine Steuererklärung in Deutschland als auch einen Jahresabschluss in England einreichen. Auch ansonsten unterliegt die Ltd. sozusagen einer Zwitterstellung: So gelten englisches Gellschafts-, Steuer- und Bilanzrecht. Zusätzlich gilt aber auch das deutsche Steuer- und Bilanzrecht. Insofern ist der Verwaltungsaufwand höher als bei einer GmbH. Zudem ist ein Durchgriff auf den Gesellschafter leichter möglich als bei der GmbH. Unter Umständen kann es daher vorkommen, dass doch persönlich für die Schulden der Gesellschaft gehaftet werden muss.

(tw) vom 16.11.2008

Musterschreiben und weitere Informationen
Verkauf durch unseren Partner formblitz.de
» Alle Vorlagen und Ratgeber ansehen