Wer muss Rechnungen schreiben? Mindestangaben auf Rechnungen?

Wer mit privaten Endverbrauchern Geschäfte macht muss grundsätzlich gar keine Rechnung ausstellen. Das Gesetz sieht keine Rechnungspflicht vor. Anders sieht es aus, wenn sie als Unternehmern mit anderen Unternehmen oder juristischen Personen geschäftlich Verkehren. Dann sind sie verpflichtet innerhalb von sechs Monaten nach Erbringung der Leistung eine Rechtung zu erstellen. Das Dokument muss übrigens nicht ausdrücklich als Rechnung bezeichnet werden, vielmehr liegt nach dem Umsatzsteuergesetz eine Rechnung vor bei jedem "Dokument, mit dem über eine Lieferung oder sonstige Leistung abgerechnet wird, gleichgültig, wie dieses Dokument im Geschäftsverkehr bezeichnet wird". Auch muss eine Rechnung nicht unterschrieben werden (Ausnahme bei Rechtsanwälten und Steuerberatern).

Besteht eine Pflicht zur Abführung von Umsatzsteuer, so müssen die Pflichtangaben aus § 14 Umsatzsteuergesetz (UStG) eingehalten werden. Anderenfalls wird die Rechnung nicht anerkannt, sodass Steuernachzahlungen drohen. Das Gesetz schreibt vor, dass folgende Angaben auf der Rechnung erscheinen müssen:

- Name und Anschrift Ihres Unternehmens
- Name und Anschrift des Empfängers der Leistung
- Datum der Lieferung oder Leistung
- Menge und Bezeichnung der gelieferten Produkte bzw. Art und Umfang der Dienstleistung
- die Netto-Beträge, die nach Steuersätzen aufzuschlüsseln sind
- der Steuersatz
- die auf die Netto-Beträge entfallenden Steuer-Beträge
- das Rechnungsdatum
- eine fortlaufende Rechnungsnummer, die nur einmal vergeben werden darf
- die Steuernummer oder die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer Ihres Unternehmens


Sind einzelne Rechnungsposten nicht Umsatzsteuerpflichtig, weil der Leistungserbringer Kleinunternehmer ist, so muss ein entsprechender Hinweis auf der Rechnung erscheinen.

Sonderregeln gelten für Rechnungen, die nur Beträge unter 150 Euro abrechnen. Dann reicht es, dass nur die in § 33 Umsatzsteuerdurchführungsverordnung aufgeführten Angaben auf der Rechnung erscheinen. Diese sind:
- vollständiger Namen und vollständige Anschrift des leistenden Unternehmers
- das Ausstellungsdatum der Rechnung
- Menge und Art der gelieferten Gegenstände oder den Umfang und die Art der sonstigen Leistung
- das Entgelt und den darauf entfallenden Steuerbetrag für die Lieferung oder sonstige Leistung in einer Summe
- der anzuwendende Steuersatz
- bei einer Befreiung von der Umsatzsteuer ein Hinweis darauf, dass für die Lieferung oder sonstige Leistung eine Steuerbefreiung gilt

(tw) vom 15.11.2008

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