Wo dürfen Radfahrer fahren? Muss man rechts fahren?

Als Radfahrer muss man Radwege benutzen, wenn diese für die Fahrtrichtung vorhanden sind. Radfahrer müssen dabei die Radwege benutzen, wenn die jeweilige Fahrtrichtung mit dem entsprechenden Verkehrsschild gekennzeichnet sind. Dabei handelt es sich um die blauen Verkehrsschildern mit weißem Aufdruck. Auch wenn diese Schilder normalerweise nur ein Gebot darstellen, bedeuten sie für Radfahrer sogar die Pflicht diesen Weg zu benutzen.

Fehlt es an diesen Schildern, so können andere Radwege bestehen. Diese sind in der Regel nicht mit einem blauen Schild gekennzeichnet, jedoch lassen sie sich auf Grund der andersfarbigen Pflasterung erkennen. Befinden sich diese Radwege rechts der Fahrbahn, so können Sie benutzt werden. Eine Pflicht dazu besteht aber nicht.

Zudem dürfen Radfahrer den rechten Seitenstreifen befahren, wenn keine anderen Radwege zur Verfügung stehen.

Gibt es weder Seitenstreifen noch Radwege, so müssen Radfahrer auf der Straße fahren. Der Gehweg ist dann tabu. Etwas anderes gilt nur für Kinder. Diese müssen bis zum achten Lebensjahr auf dem Gehweg fahren. Bis zum zehnten Lebensjahr können Sie zwischen Gehweg und Straße wählen.

Die Busspuren sind im Übrigen nicht für Fahrradfahrer freigegeben. Nur wenn ein zusätzlich Schild den Fahrradverkehr erlaubt, darf auch dort gefahren werden.

Hält man sich an diese Vorgaben nicht, so kann die Polizei ein Bußgeld bis zu 30 Euro verhängen. Das Verwaltungsgericht Karlsruhe hat sogar entschieden, dass in besonderen Fällen das Fahrrad beschlagnahmt werden darf (VG Karlsruhe, vom 8.3.1999, Az.: 12 K 3959/98).

Fährt man zudem auf der falschen Straßenseite, so wird einem in der Regel ein Mitverschulden angelastet, wenn es zu einem Unfall kommt. Das ist selbst dann der Fall, wenn der andere Verkehrsteilnehmer mit dem man zusammengestoßen ist, zu schnell und unaufmerksam gefahren ist (OLG Celle, vom 22.03.2002, Az.: 14 U 149/01). Jedoch trifft den Autofahrer eine Teilschuld, wenn er an einer Straßenkreuzung nicht auf Radfahrer als Geisterfahrer achtet, da Autofahrer damit rechnen müssen, dass Fahrradfahrer häufig Radwege in falscher Richtung nutzen (OLG Hamm, vom 26.05.1998, Az.: 9 U 12/98).

(tw) vom 01.09.2008

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