Schlichtungsstellen - wer hilft mir?

Gesponsorter Beitrag Was bedeutet das?

Verspätungen, Flugausfall, mieser Service - die Liste der Mängel auf Flugreisen ist lang. Wer von seinem Recht auf Rückzahlung eines Teilbetrages des Reisepreises Gebrauch machen will, braucht allerdings gute Nerven: In der Regel versuchen Airlines, Rückerstattungen hinauszuzögern oder zu vermeiden. Natürlich ist es bei nachvollziehbaren Mängeln und Beschwerden immer sinnvoll und empfehlenswert, sich mit einer Rückzahlungsforderung direkt an die entsprechende Fluggesellschaft zu wenden. Große Erfolgsaussichten sehen so aber auch Experten nicht. Wenn Sie nicht gleich vor Gericht ziehen möchten, haben Sie im nächsten Schritt die Möglichkeit, Ihre Ansprüche mit Hilfe einer Schlichtungsstelle anzumelden. Grundsätzlich zur Wahl stehen dabei drei Wege: die Schlichtung durch die Schlichtungsstelle des Luftfahrtbundesamtes (LBA), die Schlichtung durch spezialisierte Inkassounternehmen wie Flightright und durch auf Reise- oder Fluggastrecht spezialisierte Anwälte.

Schlichtungsstelle LBA

Die Schlichtungsstelle des Luftfahrtbundesamtes ist die offizielle Durchsetzungs- und Beschwerdestelle im Falle von Flugverspätungen, Annullierungen, Flugausfällen und Zerstörung, Beschädigung oder Verlust von Gepäck. Zuständig ist die Stelle auch bei Verstößen gegen die Rechte von Flugpassagieren mit Behinderungen oder eingeschränkter Mobilität. Das Angebot richtet sich ausschließlich an privat Reisende und ist für Individualreisende vermutlich interessanter als für Pauschalurlauber, die ihre Ansprüche gegen einen Reiseveranstalter geltend machen können. Eingeschaltet werden kann die Schlichtungsstelle des LBA bei Streitwerten über 10 und bis 5.000 Euro. Das Verfahren ist für die Geschädigten kostenlos, eigene Ausgaben (z.B. für Porto oder Kopien) müssen dabei jedoch selbst getragen werden. Das Schlichtungsverfahren läuft nach der Antragstellung über die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr (SÖP), kann aber erst dann beantragt werden, wenn der Anspruch gegenüber der Airline bereits angemeldet worden ist und eine Frist von 30 Tagen verstrichen ist. Ein Schlichtungsverfahren über die LBA kann bis zu 90 Tage dauern. Das Ergebnis der Schlichtung kann von beiden Seiten abgelehnt werden - danach steht Ihnen aber immer noch der Gang durch die gerichtlichen Instanzen offen, um Ihre Ansprüche geltend zu machen.

Schlichtungsstelle Inkassounternehmen

Um berechtigte Forderungen gegen eine Fluggesellschaft ohne einen direkten Gang vor Gericht durchzusetzen, haben Sie auch die Möglichkeit, ein spezialisiertes Inkassounternehmen zu beauftragen. Seriöse Unternehmen verzichten in der Regel auf Vorkasse, werden aber an der Rückzahlung prozentual beteiligt. Achten Sie auf möglicher Weise versteckte Kosten oder Steueraufschlage. Grundsätzlich kann sich jeder Reisende ohne Einschränkungen an ein Inkassounternehmen mit Schwerpunkt Fluggastrecht wenden. Die Unternehmen entscheiden nach kurzer Prüfung der Sachlage, ob sie den Fall übernehmen, können also bei geringen Erfolgsaussichten ablehnen. Der wohl größte Vorteil besteht darin, dass die Schlichtung über Inkassounternehmen relativ schnell binnen weniger Wochen und für Sie zufriedenstellend möglich ist - ohne dass Sie dabei ein finanzielles Risiko eingehen und langwierige Korrespondenz zu führen. Als Gegenleistung geht lediglich ein Teil der Rückzahlung an das Inkassounternehmen. Ein Bericht über Flightright Erfahrungen, welches als ein solche Unternehmen die Recht der Fluggäste vertritt, kann bei geldsparen.de eingesehen werden.

Schlichtungsstelle Anwalt

Auf Fluggastrecht spezialisierte Anwälte haben die Möglichkeit, ein Schlichtungsangebot zu unterbreiten und gleichzeitig alles in die Wege zu leiten, um berechtigte Ansprüche ggf. vor Gericht zeitnah durchzusetzen. Mit der Vollmacht ihrer Klienten ausgestattet übernehmen sie die Korrespondenz und Verhandlungen mit der Fluggesellschaft. Mit oftmals guten Ergebnissen: Wer einen Anwalt einschaltet, hat die Rückzahlung in geforderter Höhe am schnellsten auf dem Konto. Diese Effizienz hat allerdings ihren Preis: Anwälte lassen sich ihre Auslagen, z.B. für das Verfassen eines Schreibens, einzeln erstatten, was schnell teuer werden kann. Der Gang zum Anwalt lohnt sich daher am ehesten bei hohen Streitwerten und/oder wenn eine Rechtsschutzversicherung besteht.

vom 25.10.2014

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