Stinkender Sitznachbar im Flugzeug - ist ein Rauswerfen gerechtfertigt?

Riecht der Sitznachbar im Flugzeug unangenehm, so kann die gefühlte Flugdauer sehr lang werden. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hat jetzt entschieden, dass ein stinkender Passagier notfalls auch aus dem Flugzeug geworfen werden kann.
Grundsätzlich ist es zulässig, dass Passagiere aus dem Flugzeug geworfen werden dürfen, die die Flugsicherheit gefährden. Allerdings stellte das Gericht klar, dass die Beförderung auch dann verweigert werden kann wenn eine schwerwiegende Vertragsverletzung des Passagiers vorliegt. Die Schwelle für eine derartige Vertragsverletzung sei aber sehr hoch anzusetzen. Dennoch könne darunter auch eine "von dem Passagier ausgehende Geruchsbelästigung sein, die für die anderen Passagiere nicht mehr zumutbar ist" fallen. Keinesfalls reicht es dafür aus, dass der Fluggast lediglich verschwitzt war.

Das Gericht stellte allerdings auch fest, dass die Airline schon beim Einchecken den Fluggast auf die Geruchsbeläsitgung hinweisen muss und ihn dazu anhalten müsse gegebenenfalls ein neues Hemd anzuziehen. Machen die Angestellten am Check-In das nicht, so liegt darin auch eine Pflichtverletzung der Airline, sodass dem Fluggast die Schäden ersetzt werden müssen, die durch die Nichtbeförderung entstehen. So müssen beispielsweise die Übernachtungskosten eines Hotels ersetzt werden wenn ein Weiterflug erst am nächsten Tag möglich ist (OLG Düsseldorf, 31.01.2007, Az.: I-18 U 110/06).

(tw) vom 04.02.2009

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