Der Verkäufer liefert die Ware zu spät - was kann ich tun?

Es gehört zu den Pflichten des Verkäufers pünktlich zu liefern. Kommt er dem nicht nach, so können Sie weitergehende Rechte erst geltend machen, wenn der Verkäufer in Verzug gekommen ist. Dazu müssen Sie den Verkäufer zunächst einmal mahnen und ihm damit ernsthaft und endgültig zu verstehen geben, dass Sie auf die Lieferung bestehen. Dabei muss die Aufforderung aber einen gewissen Nachdruck haben („Ich wollte Sie höflich an Ihre Lieferung erinnern“ würde nicht ausreichen). Nach der ersten Mahnung können Sie nunmehr im Wege des Schadensersatzes alle Kosten verlangen, die während des Verzuges des Verkäufers entstehen. Dazu gehören unter anderem die weiteren Anwaltskosten. Das gilt aber nur für die zweite Mahnung und weitere Schreiben: Die Kosten für die erste Mahnung können nicht auf den Verkäufer abgewälzt werden. Schließlich kommt er durch diese erst in Verzug.
Entbehrlich ist eine Mahnung nur, wenn der Verkäufer deutlich macht, ohnehin nicht mehr liefern zu wollen oder ein Lieferdatum vorher festgelegt war.

Vom Vertrag lossagen können Sie sich hingegen erst, wenn Sie dem Verkäufer eine angemessene Nachfrist zur Lieferung gesetzt haben. In der Regel sind vierzehn Tage angemessen. Nach Ablauf dieser Frist können Sie dann vom Vertrag zurücktreten und sich mit der Ware anderweitig eindecken.

(tw) vom 12.07.2008

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