Führt schriftliche Bestellung schon zu festem Kaufvertrag?

Wenn jemand eine schriftliche Bestellung aufgibt, so führt das in der Regel noch nicht direkt zu einem Kaufvertrag. In der Bestellung liegt nämlich ein Angebot, einen Vertrag abzuschließen. Ein Vertrag kommt aber erst dann zustande, wenn auch der andere sich binden und einen Kaufvertrag abschließen will. Daher muss dieser das Vertragsangebot noch annehmen. Das muss nicht zwingend schriftlich geschehen. Der Verkäufer kann auch anrufen, eine "Auftragsbestätigung" per Mail schicken oder einfach die Ware versenden. Auch in dem Abschicken der Ware, kann eine Annahme des Angebots liegen. Erst dann liegt ein fester Kaufvertrag vor. Bis dahin obliegt es dem Verkäufer das Angebot anzunehmen oder eben nicht.
Allerdings ist der Anbietende bereits in dem Moment an sein Angebot gebunden, in dem er es absendet. Dieses kann nicht mehr aus der Welt geschafft werden. Nimmt der Verkäufer das Angebot also an, so kommt ein Vertrag zustande, auch wenn derjenige, der Bestellt das unter Umständen gar nicht mehr will. Das stellt § 145 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) ausdrücklich klar. Bemerkt man aber rechtzeitig, dass man die Bestellung am liebsten doch wieder rückgängig machen möchte, so bleibt nur die Möglichkeit das Angebot zu widerrufen. Der Widerruf muss aber vor - spätestens gleichzeitig - mit dem Angebot beim Vertragspartner eingehen, § 130 Abs. 1 BGB.

(tw) vom 01.11.2008

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