Gekaufte mangelhafte Sache eingebaut - wer zahlt den Einbau und Ausbau?

Kauft man eine Sache, die mangelhaft ist, so ist das in der Regel schon ärgerlich genug. Noch schlimmer ist es allerdings, wenn man diese Sache zunächst einmal eingebaut hat und dafür Kosten angefallen sind. Kaufen Sie zum Beispiel eine Einbauküche, so muss diese natürlich auch eingebaut werden. Auch Parkett muss beispielsweise verlegt werden. Stellt sich nun heraus, dass die gekaufte Sache mangelhaft ist, so muss diese natürlich wieder ausgebaut werden und anschließend - wenn der Verkäufer eine neue Sache geliefert hat muss diese natürlich auch wieder eingebaut werden, wofür Kosten anfallen.
Dass der Verkäufer jedenfalls die Ausbaukosten tragen muss, ist weitgehend anerkannt. Ob er jedoch auch für die Kosten des Ersteinbaus der mangelhaften Sache oder Zweiteinbaus der neu gelieferten mangelfreien Sache aufkommen muss, war lange Zeit ungeklärt.
Der Bundesgerichtshof hat nunmehr klargestellt, dass die erstmaligen Einbaukosten jedenfalls nicht verlangt werden können. Schließlich wären diese für den Käufer ohnehin angefallen, sodass es unbillig wäre diese dem Verkäufer aufzuerlegen. Die Kosten für den erneuten Einbau der ersatzweise gelieferten Sache hätte der Käufer alledings nicht tragen müssen, wenn der Verkäufer gleich seiner Pflicht zur Lieferung einer mangelfreien Sache nachgekommen wäre. Insofern stellt der erneute Einbau einen Schaden des Käufers dar. Diesen kann er aber nur ersetzt verlangen, wenn der Verkäufer den Mangel verschuldet hat. Kann der Verkäufer nichts für die Fehlerhaftigkeit der gekauften Ware, so muss er auch die erneuten Einbaukosten nicht ersetzen. So hat der Bundesgerichtshof jüngst im sogenannten "Buchenparkettfall" geurteilt. Hier kaufte der Käufer Buchenparkett, das aufgrund eines Herstellungsfehlers mangelhaft verleimt war, woraufhin es nach der Verlegung splitterte. Da die mangelhafte Leimung nicht durch den Verkäufer sondern den Hersteller erfolgte, entschied das Gericht, dass der Verkäufer auch die Kosten einer Neuverlegung des Parketts nicht tragen müsse (BGH, 15.07.2008, Az.: VIII ZR 211/07).

(tw) vom 24.09.2008

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