Neues Gerät erst wenn Reparatur 2x fehlschlägt?

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist es immer noch, dass man ein neues Gerät vom Verkäufer erst dann verlangen darf, wenn dieser zwei mal erfolglos versucht hat, es zu reparieren. Das war nach altem Recht (bis 2002) so. Damals konnte der Verkäufer sich noch aussuchen, wie er dem Mangel abhelfen wollte. Da er meist die Reparatur wählte, musste man ihm zwei Versuche geben.
Richtig ist, dass nach neuem Recht (§ 439 BGB) der Käufer ein Wahlrecht hat, ob die Sache repariert oder ausgetauscht werden soll. Dieses nennt sich Nacherfüllung. Diese Wahl hat der Verkäufer grundsätzlich zu befolgen, es sei denn sie ist grob unverhältnismäßig oder nicht durchführbar. Gelingt die gewählte Art der Abhilfe zwei Mal nicht, so kann der Verkäufer den Kauf rückgängig machen und sein Geld zurückverlangen. Er kann zurücktreten. Alternativ kann der Kaufpreis um den Wert der mangelhaften Sache gemindert werden.

Daher kann man sogleich eine neue Sache verlangen, wenn diese kaputt ist und muss sich nicht auf eine Reparatur verweisen lassen. Davon kann der Verkäufer auch nicht durch eine Vereinbarung in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen ("dem Kleingedruckten") abweichen, da diese Regelung für ihn zwingend ist.

(tw) vom 20.08.2008

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