Darf man auf dem Balkon grillen?

In den Sommermonaten beginnt auch wieder die Grillsaison. Häufig fühlen sich Nachbarn vom Rauch des Grills gestört. Insbesondere ist das dann der Fall, wenn auf dem Balkon gegrillt wird. Allerdings gibt es seitens der Gerichte kein grundsätzliches Grillverbot. Dieses wird nur in den seltensten Fällen ausgesprochen. Vielmehr sei Grillen in den Sommermonaten üblich und sei daher von den Nachbarn hinzunehmen. Ein Verbot könne nur angeordnet werden, wenn es beim Grillen zu wesentlichen Beeinträchtigungen durch Rauch, Ruß und Wärme kommt (Landgericht München, Az. I 15 S 22735/03). Allgemeingültige "Grillrichtlinien" gibt es allerdings nicht. Die Gerichte entscheiden die Sachverhalte von Fall zu Fall. Das Amtsgericht Bonn sah es als hinnehmbar an, wenn von April bis September maximal einmal im Monat gegrillt und dieses den Nachbarn mindestens 48 Stunden zuvor angekündigt wird (Amtsgericht Bonn, Az. 6 C 545/96). Die Richter in Stuttgart sind hingegen strenger und erlauben sechs Stunden im Jahr oder dreimal jährlich. Die Nachbarn müssten nicht vorgewarnt werden (Landgericht Stuttgart, Az. 10 T 359/96). Das Bayerische Oberlandesgericht ist hingegen der Ansicht, dass bei fünfmal im Jahr Schluss sei (Bayerisches Oberlandesgericht, Az. 2Z BR 6/99).

Häufig stört die Nachbarn aber nicht nur der Rauch, sondern auch der Grillgeruch. Ob sie bei übermäßigem Essensgeruch gegen das Grillen vorgehen können, richtet sich im wesentlichen danach wie stark die Belästigung im Vergleich zum Kochen beim offenen Fenster ist. Der Geruch darf insbesondere nicht regelmäßig und in konzentrierter Weise zum Nachbarn ziehen.

Im übrigen ist aber in vielen Hausordnungen das Grillen mit einem Holzkohlegrill verboten. Dann muss schon der Elektrogrill rausgeholt werden, wenn man nicht einen Verstoß gegen die Hausordnung riskieren möchte.

(tw) vom 30.04.2009

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