Die Wohnfläche ist kleiner als im Mietvertrag angegeben, kann ich die Miete mindern?

Was tun, wenn im Mietvertrag die Wohnfläche festgelegt ist, man den Mietvertrag gutgläubig unterschreibt und man später bei Nachmessungen plötzlich feststellen muss, dass die Wohnfläche geringer ist, als vom Vermieter angegeben?
Das Oberlandesgericht Karlsruhe entschied hierzu, dass „der Mieter dann ein Recht auf Mietminderung hat, sobald die Fläche einer Mietwohnung um mehr als 10 Prozent von der im Mietvertrag angegebenen Fläche abweicht“. Liegt die Abweichung der Wohnfläche jedoch unter 10 Prozent der im Mitvertrag angegebenen Fläche, so ist dies laut Gericht noch in der „Toleranzgrenze“ und somit vom Mieter zu tolerieren. Die Höhe der Mietminderung orientiert sich dann letztlich an der Abweichung der Wohnfläche von der im Mietvertrag angegebenen Flächen in Prozent (Oberlandesgericht Karlsruhe, Az.: 17 U 176/00).

Im Übrigen: Wird in einer Zeitungsanzeige eine zu kleine Wohnfläche angegeben, so kann deswegen nicht der Mietvertrag angefochten werden. Das Amtsgericht Frankfurt entschied, dass "der Entschluss zum Abschluss eines Mietvertrages regelmäßig erst bei oder nach Besichtigung der Wohnung gefasst [wird]. Die Angabe einer falschen Wohnungsgröße in einer Zeitungsanzeige ist daher nicht ursächlich für den Vertragsabschluss, sondern allenfalls für den Entschluss, die Wohnung zu besichtigen." (AG Frankfurt, vom 05.05.2006, Az.: 33 C 582/06 - 50, 33 C 582/06).

vom 11.08.2008

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