Direkte Vermittlung durch den Wohnungsbesitzer - trotzdem Maklerprovision zahlen?

Nein, wird der Vertrag nicht durch den Makler sondern durch den Wohnungsbesitzer vermittelt, so erhält der Makler keinen Provisionsanspruch. Der Makler muss nämlich nachweisen, dass er für den Vertragsschluss ursächlich geworden ist. Wirkt er an diesem aber gar nicht mit, so entfällt auch sein Anspruch auf Maklerprovision. Vielmehr muss der Makler eine "wesentliche Maklerleistung" zu erbringen.

Der Bundesgerichtshof hatte unter anderem einen Fall zu entscheiden, in dem zunächst der Makler einen Interessenten vermittelt hatte, es jedoch nicht sogleich zum Vertragsschluss kam. Vielmehr verliefen die Verhandlungen zwischen (in diesem Fall) Käufer und Verkäufer zunächst im Sande. Da jedoch der Verkäufer in der zwischenzeit keinen Interessenten für sein Objekt fand und auch der Erwerber kein gleichwertiges Objekt, kam es vier Monate später erneut zu Verhandlungen zwischen den Parteien, da der Käufer durch eine Zeitungsannonce des Verkäufers erneut auf das Objekt aufmerksam wurde. Als es sodann zum Vertragsschluss kam, stellte der Käufer sich auf den Standpunkt, dass es sich bei dem Zustandekommen des Vertrages nicht mehr um eine "wesentliche Maklerleistung" handele, sondern der Vertragsschluss auf die Annonce des Verkäufers zurückzuführen sei. Der Bundesgerichtshof sah das jedoch anders und entschied, dass "beim Abschluß dieses Vertrags, der in angemessenem Zeitabstand nachfolgt, [...] die Provisionspflicht nicht mit der Erwägung verneint werden [kann], der Nachweis sei keine wesentliche Maklerleistung gewesen. Dies gilt auch dann, wenn die Verhandlungen des Maklerkunden mit dem unverändert verkaufsbereiten Verkäufer zunächst scheitern und erst aufgrund einer Anzeige des Verkäufers erneut aufgenommen werden." (Bundesgerichtshof, 25.02.1999, Az.: III ZR 191/98).

(tw) vom 11.08.2008

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