In welchem Zeitraum nach Mangelerkennung sollte ich Mietminderungen geltend machen?

Am besten sofort reagieren. Denn als allgemein anerkannt gilt, dass der Mieter der einen Mangel erkennt, welcher im Verlaufe des Mietverhältnisses auftritt, jedoch weiterhin die Mieter in voller Höhe weiterzahlt ohne den Vermieter auf den Mangel aufmerksam zu machen, hier zu erkennen gibt, dass er „aus dem Vorhandensein des Mangels keine Rechte ableiten will, dass er also die vereinbarte Miete auch für die fehlerhafte Mietsache als angemessen ansieht“.
Macht der Mieter demnach den Mangel zu spät geltend, „verliert er in diesen Fällen seine gesamten Gewährleistungsrechte für die Vergangenheit und die Zukunft“. Das Oberlandesgericht Frankfurt entschied, dass ein Zeitraum von 6 Monaten bereits ausreicht. Denn „selbst wenn man einen erheblichen Mangel annähme, so wäre das Minderungsrecht hier wegen Zeitablaufs verwirkt“ (Oberlandesgericht Frankfurt/M, Az.: 16 U 56/99). Auch unter Geltung des Mietrechtsreformgesetzes (in Kraft getreten: 01.09.2001), haben sich viele Instanzgerichte dafür ausgesprochen an der bisherigen Rechtsprechung festzuhalten, da dies im Rahmen des Mietrechtsreformgesetzes nicht besonders geregelt wurde (Oberlandesgericht Celle, WE 2002, S. 15; Oberlandesgericht Koblenz, ZMR 2002, S. 744 ff.)

vom 11.08.2008

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