Mein WG Mitbewohner und ich sind zerstritten - darf ich wohnen bleiben?

Zunächst hängt das davon ab, wer den Mietvertrag abgeschlossen hat. Sind in einer Wohngemeinschaft alle Bewohner im Mietvertrag aufgeführt, so haben sie auch ein Wohnrecht. Der Partner oder Mitbewohner kann sie also nicht einfach vor die Tür setzen. Möchte er der neuen Situation entgehen, so muss er selbst kündigen und sich eine neue Wohnung suchen. Entweder sie kündigen dann auch, oder bleiben allein in der Wohnung. Dann müssen Sie allerdings auch die Miete alleine zahlen.

Häufig ist aber nur einer der Bewohner im Mietvertrag eingetragen. Selbst dann können sie in der Wohnung bleiben. Nimmt sie ihr Partner nämlich in seiner Wohnung auf, so schließt er selbst mit Ihnen einen Untermietvertrag. Dieser muss nicht schriftlich geschlossen werden, um wirksam zu sein. Vielmehr ergibt sich in der Regel aus den Umständen, des gemeinsamen Zusammenlebens, dass ihr Partner die Wohnung an sie untervermietet. Insbesondere gilt das dann, wenn Sie einen Teil er Miete zahlen. Dabei ist es unerheblich, ob diese direkt an den Vermieter oder an den Mitbewohner gezahlt wird. Vertragliche Verhältnisse entstehen dann nicht zum Vermieter sondern nur zum Hauptmieter. Daher können sie von ihrem Partner weiterhin verlangen, dass er sie in der Wohnung duldet.
Anders ist es nur dann, wenn der Hauptmieter, den Untermietvertrag zu ihnen kündigt. Das geht allerdings nicht mündlich mit den Worten „Ich schmeiß dich raus“. Die Kündigung muss vielmehr schriftlich sein, damit sie wirksam ist (§ 568 BGB). Dabei hat der Hauptmieter ein erleichtertes Kündigungsrecht nach § 573a Abs. 2 BGB. Allerdings verlängert sich dann die Kündigungsfrist um drei Monate. Wichtig ist allerdings, dass die Kündigung sich auf die Vorschrift von § 573a Abs. 2 BGB stützt, da sie sonst unwirksam ist, § 573a Abs. 3 BGB.

(tw) vom 16.08.2008

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