Muss ich Renovierungskosten aufgrund des Anstrichs meiner Wände bezahlen?

Es stellt sich die Frage, ob es letztendlich eine Rolle spielt, in welchen Farben die Wände gestrichen sind, sobald man die Wohnung wieder an den Vermieter übergibt (nach Kündigung), so dass dieser diese wieder weitervermieten kann.
Im konkreten Fall des Landgerichts Frankfurt ging es um eine „Mustertapete mit Sternchen“, die für das Kinderzimmer verwendet wurde und letztlich um einen „roten Volltonanstrich“ im Schlafzimmer der Mieter.
Das Gericht entschied hier, dass der Mieter bei Mietende nicht den Zustand des Kinderzimmers (mit der „Sternchen-Tapete“) wieder in den Zustand bei Anmietung hergestellt werden muss, da dies „Ausdruck des vertragsmäßigen Mietgebrauchs“ darstelle und somit nichts Außergewöhnliches sei. Was den „roten Volltonanstrich“ des Schlafzimmers jedoch angeht, hat der Vermieter das Recht hier einen Anstrich in einem „üblichen, letztlich neutralen Ton, wenn auch nicht unbedingt in weiߓ vom Vormieter zu verlangen. Denn hier sind für den Vermieter bei einer normalen Renovierung wiederum zusätzliche Arbeiten notwendig, um eben diesen vorherigen Zustand wiederherzustellen. Entsprechend hat der Vermieter hier das Recht die Kosten für das Überstreichen des „Volltonanstrichs“ ersetzt zu verlangen (Landgericht Frankfurt, 11. Zivilkammer, 31.07.2007, Az.: 2-11 S 125/06, 2/11 S 125/06). Dies bestätigte auch nochmal der Bundesgerichtshof in seiner letzten Entscheidung und entschied, dass die Mieter während des Mietverhältnisses ihre Wohnung in beliebigen Farben anstreichen dürfen, der Vermieter jedoch beim Auszug farbliche Vorgaben bezüglich der Wandfarbe geben darf, damit diese auch erfolgreich weitervermietet werden kann (Bundesgerichtshof, 18. Juni 2008, Az.: VIII ZR 224/07).

vom 11.08.2008

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