Balkonpflanzen des Nachbarn stören, kann ich Beseitigung verlangen?

Der Mieter hat grundsätzlich das Recht, seinen Balkon mit Pflanzen zu verschönern. Dabei darf er auch Töpfe oder Blumenkästen am Balkon anbringen. Jedoch dürfen dadurch die anderen Mieter nicht gestört werden. Das kann insbesondere dann passieren, wenn ein tieferliegender Balkon durch die Bepflanzung in Mitleidenschaft gezogen wird. So dürfen z.B. weder Blätter noch Gießwasser den tieferliegenden Balkon beeinträchtigen. So hat das Landgericht Berlin entschieden, dass der Mieter seine Pflanzen zurückschneiden muss, wenn diese so sehr gewachsen sind, dass die Blätter und Blüten auf den Nachbarbalkon fallen (Landgericht Berlin, Az.: 67 S 127/02). Zudem müssen die Blumenkästen so angebracht werden, dass sie bei starkem Wind nicht vom Geländer stürzen können (Landgericht Hamburg, Az.: 316 S 79/04).
Auch wenn die Vegatation viele Vögel anlockt, die mit ihrem Kot die Nachbarterrasse verdrecken muss der Mieter die Pflanzen soweit beseitigen, dass der Nachbar nicht weiter belästigt wird.

Im Übrigen können Balkonkästen auch ganz verboten werden. So kann zum Beispiel in einer Wohnungseigentümergemeinschaft vereinbart worden sein, dass ein einheitlicher Gesamteindruck vorherrschen solle und deswegen keine Blumenkästen angebracht werden dürfen. Dieses ergibt sich dann aus der Teilungsanordnung der Wohnungseigentümergemeinschaft.

(tw) vom 30.04.2009

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