Nachbar erzählt Lügen. Was kann ich tun?

Unangenehm wird es, wenn der Nachbar Lügen oder Gerichte über einen verbreitet. Das kann den Ruf manchmal empfindlich schädigen.
Was viele nicht wissen - dabei macht man sich gegebenenfalls sogar strafbar. Wer nämlich wider besseren Wissens Tatsachen behauptet, die unwahr sind und das Opfer herabwürdigen, begeht eine Verleumdung, § 187 StGB. Dann muss der Nachbar aber genau wissen, dass die Behauptung nicht stimmt.

Häufiger kommt es vor, dass "Gerüchte" verbreitet werden. Aber selbst das ist nicht ganz ungefährlich. Wer nämlich Tatsachen behauptet oder verbreitet, welche geeignet sind das Opfer verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen, begeht eine üble Nachrede, § 186 StGB. Darauf kann es bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe geben. Dabei reicht es schon aus, dass es unsicher ist, ob die Geschichte stimmt oder nicht. Kann der Nachbar nicht genau beweisen, dass die Tatsache stimmt macht er sich bereits strafbar. Er bewegt sich also auf gefährlichem Terrain.

Insofern können Sie in diesen Fällen ihren Nachbarn bei der zuständigen Polizeidienststelle anzeigen. Zudem haben sie auch einen Anspruch darauf, dass der Nachbar diese ¨ußerungen unterlässt, soweit sie ehrkränkend sind. Gegebenenfalls kann sogar ein Schmerzensgeld gewährt werden.

(tw) vom 22.08.2008

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