Wasserrohrbruch beim Nachbarn - wer muss zahlen? Zahlt die Versicherung?

Gerade in der kalten Jahreszeit kommt es vermehrt zu Wasserrohrbrüchen. Diese gehen oft mit erheblichen Sachschäden einher. Noch ärgerlicher ist es meist, wenn der Wasserrohrbruch beim Nachbarn auftritt und das Wasser in das eigene Gebäude gelaufen ist und dieses beschädigt hat oder die dort eingelagerten Sachen durchnässte.
Glück hat, wer rechtzeitig eine eigene Hausratversicherung abgeschlossen hat, da diese regelmäßig auch die Schäden aus Wasserrohrbrüchen reguliert. Die Hausratversicherung des Nachbarn kann man hingegen nicht in Anspruch nehmen, da eine solche Versicherung immer nur den eigenen Hausrat ersetzt, niemals aber den eines anderen.
Sollte man keine Hausratversicherung abgeschlossen haben, so muss man gegen den Nachbarn direkt vorgehen. Hat dieser den Wasserrohrbruch verschuldet, so steht einem ein Anspruch auf Schadensersatz aus ┬ž 823 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB) zu. Häufig dürfte es aber schwierig sein, dem Nachbarn ein Verschulden an der Überschwemmung nachweisen zu können. Deswegen hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass auch bei fehlendem Verschulden die Schäden zu ersetzen sind, da sich die Nachbarn in einem Gemeinschaftsverhältnis befinden, sodass ein sogenannter nachbarrechtlicher Ausgleichsanspruch besteht (Bundesgerichtshof, 11.06-1999, Az.: V ZR 377/98). Wenn also das Rohr des Nachbarn zugefroren war und daraufhin platze und er das nicht verhindern konnte, so können Sie von ihm Ersatz der beschädigten Gegenstände verlangen.

Sollte der Nachbar eine private Haftpflichtversicherung abgeschlossen haben, so haben Sie gegen diese übrigens keine direkten Ansprüche. Eine Haftpflichtversicherung dient nur dazu, dem eigentlich Ersatzpflichtigen den zu zahlenden Betrag zu erstatten. Ihren finanziellen Ausgleich müssen Sie also immer beim Verursacher suchen. Im Übrigen können Sie von diesem nur den Ausgleich des Zeitwertes verlangen, der in der Regel wesentlich unter dem Wiederbeschaffungswert liegt. Daher lohnt es sich die eigene Hausratversicherung einzuschalten, da diese in der Regel den Wiederbeschaffungswert erstattet.

Schäden, die am Gebäude entstanden sind, werden übrigens von einer Gebäudeversicherung erstattet.

(tw) vom 10.01.2009