Kann ich meinen Arzt für Behandlungsfehler auch noch nach 2 Jahren zur Rechenschaft ziehen?

Ob Sie Ihre Ansprüche gegen den Arzt auch nach längerer Zeit noch geltend machen können, richtet sich danach ob ihre Forderungen verjährt sind. Beruft sich der Arzt darauf, dass der Vorgang zu lange her sei, so können Sie Ihr Recht nicht mehr durchsetzen.

Ansprüche auf Schadensersatz oder Schmerzensgeld verjähren nach drei Jahren. Die Frist beginnt dabei am Ende des Jahres, in dem der Patient Kenntnis von allen relevanten Umständen erhalten hat. Dazu gehört insbesondere die Kenntnis des Behandlungsfehlers. Machen sich z.B. Probleme mit der Hüftprothese erst nach zwei Jahren bemerkbar, so beginnt die Frist auch erst dann zu laufen. Zudem muss der Patient Kenntnis von den wesentlichen Umständen des Behandlungsverlaufes haben und erkannt haben, dass der Arzt von dem üblichen ärztlichen Standart abgewichen ist, was dann zum Schaden führte.
Dabei trifft den Patienten keine grundsätzliche Informationspflicht. Er ist also nicht gehalten umfassend nachzuforschen (BGH NJW 1994, 3092). Nimmt er allerdings ganz nahe liegende Möglichkeiten nicht wahr (z.B. bloßer klärender Telefonanruf oder Einsicht in zugängliche Akte), so beginnt die Verjährung zu dem Zeitpunkt, zu dem der Patient sich hätte informieren müssen (BGHZ 133, 192).

Sind allerdings mehr als zehn Jahre seit der Behandlung vergangen, so sind schließlich jegliche Ansprüche ausgeschlossen.

(tw) vom 11.07.2008

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