Ausbeutung beim Praktikum: Welcher Lohn / Gehalt ist angemessen?

Leider kommt es in der heutigen Praxis immer häufiger vor, dass gerade Praktikanten von ihren Arbeitgebern geradezu "ausgenutzt" werden.
Dies kann die Arbeitszeit als auch die Arbeitsleistungen desjenigen betreffen.

Dem hat das Arbeitsgericht Kiel am 19.11.2008 endlich ein Ende gesetzt: Es hatte den Fall zu entscheiden, indem der Kläger für ein befristetes Praktikum mit einer Vergütung von 200 € für 38,5 Stunden in der Woche "eingestellt" wurde. Ihm wurde nach erfolgreichem Abschluss ein Ausbildungsplatz in Aussicht gestellt. Nach dem aufwendigen Praktikum wurde ihm kein Ausbildungsplatz seitens des Betriebs angeboten, woraufhin er die übliche Vergütung eines solchen Berufs für den Zeitraum einklagte.
Das Arbeitsgericht kam zu dem Entschluss, dass ein Praktikant ein Anrecht auf die volle Arbeitsvergütung hat, wenn die Arbeitsleistung des Praktikanten dem Ausbildungszweck überwiegt (Arbeitsgericht Kiel, 19.11.2008, Az.: 4 Ca 1187 d/08).
So liegt gerade bei einem Praktikum der Ausbildungszweck besonders im Vordergrund und sollte nicht verfehlt werden. Denn im Gegensatz dazu geht es im Arbeitsverhältnis größtenteils um "weisungsgebundene Leistungen", während der Arbeitnehmer direkt in den Betrieb des Arbeitgebers eingebunden ist.

Es soll durch dieses Urteil somit dagegen vorgegangen werden, dass Praktikanten in ihrer Stellung überlastet und geradezu "ausgebeutet" werden. Schließlich ist ein Praktikant für einen Betrieb stets eine günstige Arbeitkraft. Dies sollte ihm jedoch nicht zum Verhängnis werden.

vom 13.02.2009

Musterschreiben und weitere Informationen
Verkauf durch unseren Partner formblitz.de
» Alle Vorlagen und Ratgeber ansehen