Praktikum: Wieviele Stunden Arbeitszeit sind angemessen?

Die tägliche Ausbildungszeit richtet sich stets nach der jeweiligen betrieblichen Arbeitszeit. Damit muss jedoch das Arbeitszeitgesetz beachtet werden. Dies besagt, dass die werktägliche Arbeitszeit nicht länger als 8 Zeitstunden sein darf. Sie kann nur dann auf bis zu 10 Stunden erhöht werden, wenn "innerhalb von 6 Kalendermonaten oder innerhalb von 24 Wochen im Durchschnitt 8 Stunden werktäglich nicht überschritten werden".
An Sonn- und Feiertagen ist das Arbeiten nicht zulässig.
Eine Ausnahme gibt es hier jedoch bei Praktikanten im "journalistischen Bereich". So werden folgende Berufsgruppen von dem Arbeitszeitgesetz nicht umfasst:
• Arbeitnehmer beim Rundfunk
• Arbeitnehmer bei der Tages- und Sportpresse
• Arbeitnehmer bei Nachrichtenagenturen sowie bei den der Tagesaktualität dienenden Tätigkeiten für andere Presseerzeugnisse einschliesslich des Austragens
• Arbeitnehmer bei der Herstellung von Satz, Filmen und Druckformen für tagesaktuelle Nachrichten und Bilder
• Arbeitnehmer bei tagesaktuellen Aufnahmen auf Ton- und Bildträger sowie
• Arbeitnehmer beim Transport und Kommissionieren von Presseerzeugnissen, deren Ersterscheinungstag am Montag oder am Tag nach einem Fiertag liegt.

Ausnahmen:

Wichtige Ausnahmen generell sind zu beachten, wenn der Praktikant bzw. die Praktikantin noch nicht volljährig ist.
Hier findet dann das so genannte Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) Geltung:
So bezieht sich der § 8 JArbSchG auf die Regelung der Dauer der Arbeitszeit und legt fest, dass Jugendliche nicht mehr als 8 Stunden täglich und nicht mehr als 40 Stunden in der Woche beschäftigt werden dürfen. Zudem dürfen Jugendliche ausnahmsweise dann 8,5 Stunden an Werktagen beschäftigt werden, wenn sie im Ausgleich dazu an anderen einzelnen Werktagen derselben Woche weniger als 8 Stunden arbeiten.

In der Landwirtschaft dürfen Jugendliche über 16 Jahren in der Erntezeit nicht länger als 9 Stunden eingesetzt werden; somit auch nicht mehr als 85 Stunden in der Doppelwoche.

vom 27.01.2009