Besteht Beschwerderecht der Schüler? Dienstaufsichtsbeschwerde gegen Lehrer möglich?

Auch als Schüler kann man sich beschweren. Zum Beispiel dann wenn man sich ungerecht behandelt fühlt oder Misstände in der Schule auftreten. In der Regel sollte man das zunächst bei dem Lehrer machen, durch den man sich ungerecht behandelt fühlt. Hilft auch dieser nicht ab und wollen auch der Klassenlehrer oder Vertrauenslehrer nicht weiterhelfen, so kann man eine Beschwerde einreichen. Dabei gibt es drei gängige Arten sich zu beschweren: Die schlichte Gegenvorstellung, die Aufsichtsbeschwerde und die Dienstaufsichtsbeschwerde. Dabei handelt es sich um sogenannte formlose Rechtsbehelfe. Formlos heißt, dass sie unabhängig von eine Form oder Frist eingelegt werden können. Man kann seine Ansicht also auch im Büro des Direktors vortragen. Allerdings verleiht ein Schreiben der Angelegenheit meist mehr Nachdruck, sodass es effektiver ist. Auch solltest Du zu Deinem Schreiben eine ausführliche Begründung verfassen, da sich dann die Erfolgschancen deutlich erhöhen! Bist Du noch minderjährig, so müssen Deine Eltern die Beschwerde in die Hand nehmen.

Die Gegenvorstellung richtet man an die Schule selbst, also den Schulleiter. Hier hast Du die Möglichkeit einen Vorfall aus Deiner Sicht darzustellen. Wurde Dir zum Beispiel das Handy weggenommen, weil du damit im Flur während der Stunde telefoniert hast, so kannst Du deutlich machen dass Du das nur gemacht hast, um deine Mutter anzurufen, weil du dich krank fühlst. Dann überdenkt die Schule ihre Entscheidung noch einmal.

Stattdessen kann man auch eine Aufsichtsbeschwerde einreichen. Diese richtet man an die zuständige Schulbehörde, die sich dann mit Deiner Schule in Verbindung setzt und eine Klärung der Probleme veranlasst. Dabei kann diese zum Beispiel unsinnige Maßnahmen Deiner Schule wieder aufheben und Dir Recht geben.

Bist du hingegen mit dem Verhalten eines Lehrers nicht einverstanden, so kannst Du eine Dienstaufsichtsbeschwerde einreichen und Dich über sein Verhalten beschweren. Diese kann allerdings schwere Konsequenzen für den Lehrer haben, so kann es zum Beispiel vorkommen, dass dieser an eine andere Schule versetzt wird. Außerdem solltest Du bei allen Möglichkeiten immer Bedenken, dass dieser Weg meist nicht zu einem guten Klima in der Schule führt. Sind die Zustände aber unerträglich oder willst Du dich gegen einen Verweis wehren, für den Du wirklich nichts kannst, solltest Du über diese Möglichkeiten nachdenken.

Erlässt die Schule verbindliche Maßnahmen, wie zum Beispiel den Ausschluss vom Unterricht für eine gewisse Zeit oder versetzt sie Dich nicht in die nächste Klasse, so handelt es sich bei diesen Anordnungen um einen sogenannten Verwaltungsakt. Gegen diesen kann man auch vorgehen. Das muss man sogar innerhalb einer bestimmten Frist, wenn man nicht riskieren will dass dieser später nicht mehr aus der Welt zu schaffen ist. Daher muss man gegen solche Maßnahmen innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen. Im schlimmsten Fall kann man dann sogar vor dem zuständigen Verwaltungsgericht die Schule verklagen.

(tw) vom 08.09.2008

Musterschreiben und weitere Informationen
Verkauf durch unseren Partner formblitz.de
» Alle Vorlagen und Ratgeber ansehen