Keinen Studienplatz für das erste Semster an der Uni bzw. ZVS bekommen, was tun?

Häufig ist die Enttäuschung groß, wenn man den gewünschten Studienplatz gar nicht bekommen hat oder nur an einem anderen Ort, weit weg von Freunden oder Familie.

Grundvoraussetzung für eine Klage ist aber immer, dass die Uni euch wegen fehlender Kapazität abgelehnt hat. Habt ihr den Antrag unvollständig oder zu spät eingereicht, so wird eine Klage keinen Erfolg haben und eine Bewerbung im nächsten Semester ist nötig. Besonders ärgerlich ist es dann, wenn das Studienjahr eingeführt ist, also z.B. nur noch zum Wintersemester aufgenommen wird.

Hat die ZVS den Studienplatz abgelehnt, so sind die Voraussetzungen für eine Klage schlecht. Es gibt zahlreiche Gerichtsentscheidungen in denen entschieden wurde, dass das Verfahren kaum anfechtbar ist (vgl. VG Gelsenkirchen, 15.04.2008, Az.: 6z K 2679/07).
Allerdings besteht die Möglichkeit sich direkt an die Universität zu wenden und dort einen Studienplatz außerhalb der ZVS Kapazität zu beantragen. Gegen diesen - in der Regel ablehnenden Bescheid - kann man dann klagen.

Klagt man gegen die Universität, so muss diese beweisen, dass sie ihre Kapazitäten vollständig ausgeschöpft hat. Kann die Universität das nicht vollständig belegen, so bekommt man doch einen Studienplatz. Das ist durchaus möglich, wenn z.B. im Nachrückverfahren noch Plätze freiwerden, weil andere Bewerber ihren Studienplatz nicht annehmen. So hat jüngst das Verwaltungsgericht Göttingen in einem Verfahren noch 34 Plätze fürs erste Semester aufgetan (VG Göttingen, Az.: 8 C 648/07)

Zunächst muss man aber immer erst einmal Widerspruch gegen den ablehnenden Bescheid einlegen. Macht man das nicht, so erwächst dieser in Bestandskraft. Das bedeutet, dass er nicht mehr aus der Welt geschafft werden kann – selbst wenn er nicht rechtmäßig sein sollte! Der Widerspruch ist schriftlich oder zur mündlich zur Niederschrift bei der Universität einzulegen und muss grundsätzlich innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe erfolgen. Der Widerspruch schließt einen nicht aus dem Nachrückverfahren der Uni aus! Anschließend lehnt die Universität euren Widerspruch in der Regel ab. Dann müsst ihr innerhalb eines Monats nach Zustellung des Widerspruchsbescheides Klage erheben.

In der Regel wird es sich anbieten gleichzeitig einen Antrag auf einstweiligen Rechtschutz beim Verwaltungsgericht zu stellen. Dieser muss noch vor Beginn der Vorlesungen beim Verwaltungsgericht eingegangen sein. Ein reguläres Verfahren vor dem Gericht kann sich nämlich schnell einige Monate hinziehen. Und während dieser Zeit könnt ihr nicht schon einmal mit dem Studieren anfangen. Jedoch kann ein Gericht euch einstweilen zum Studium schon einmal zulassen, sodass ihr bis zum endgültigen Urteil euch schon an der Universität einschreiben könnt.

Die Kosten richten sich vor allem danach wie weit man das Verfahren betreibt und ob man einen Rechtsanwalt bezieht. Im schlimmsten Fall können diese mehrere 1000 € betragen. Häufig kommt es auch vor, dass man sich mit der Universität im Verfahren vergleicht und dann nur einen Anteil der Kosten tragen muss.

(tw) vom 24.08.2008

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