Gilt deutsches Recht überhaupt bei einem Urlaub im Ausland?

Verbringen sie ihren Urlaub im Ausland, so stellt sich die Frage, ob deutsches Recht dort überhaupt Anwendung findet. Das kann aber durchaus der Fall sein. Es gilt immer das Recht ihres Reisevertrages und das bemisst sich nach dem Land, in dem sie leben, Art. 29 Abs. 2 EGBGB. Zwar kann der Reiseveranstalter in seinem Kleingedruckten auch eine Rechtswahl vornehmen und gegebenenfalls ein ausländisches Recht wählen, jedoch ist diese Wahl unwirksam, wenn das ausländische Recht weniger Schutz als das Deutsche bietet. Werden Ihnen also von dem deutschen Reiseveranstalter gewisse Leistungen im Ausland zugesprochen, so richtet sich deren Einhaltung durch das Hotel im Ausland nach deutschem Recht.
Anders mag es jedoch sein, wenn sie direkt im Ausland Ausflüge buchen, die in ihren Reisevertrag nicht vorgesehen sind. Kommt es zu Rechtsstreitigkeiten bezüglich dieser Ausflüge, so ist dieses alleine nach dem Recht des Urlaubsortes zu beurteilen. Verletzten Sie sich beispielsweise wegen fehlerhafter Leitung, so müssen Sie im Notfall sogar vor einem ausländischen Gericht klagen. In diesen Fällen sollten Sie aber zwingend einen Anwalt konsultieren.
Buchen Sie bei einem deutschen Reisebüro eine Reise, die aber durch einen ausländischen Reiseveranstalter durchgeführt wird, so kann ausnahmsweise auch dann das deutsche Recht Anwendung finden. Sichert das deutsche Reisebüro zu, es werde für die Leistungserbringung des ausländischen Reiseveranstalters einstehen, so haftet das deutsche Reisebüro dafür nach § 651a Abs. 2 BGB (AG Waldshut-Tiengen, 19.2.1988, Az.: 3105 103/87).

(tw) vom 20.07.2008

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