Welche Rechte habe ich, wenn die Reise mangelhaft ist?

Ist die Reise mangelhaft, so haben Sie mehrere Rechte. Diese sind in den §§ 651c – 651g BGB normiert. Zum einen können sie dem Mangel selbst abhelfen. Dazu müssen sie dem Reiseveranstalter die zunächst erfolglos eine angemessene Frist zur Mängelbeseitigung gesetzt haben. Anschließend können Sie den Mangel selbst beseitigen, und die Kosten vom Reiseveranstalter ersetzt verlangen.
Weiterhin können Sie den Reisepreis mindern. Es gibt eine umfangreiche Einzelfallrechtsprechung zu diesem Punkt. Eine gute Übersicht darüber, um wie viel Sie den Reisepreis mindern können, finden Sie in der "Frankfurter Tabelle". Allerdings müssen Sie den Mangel vor Ort beim Reiseveranstalter anzeigen. Außerdem sollten sie nicht versäumen, die Minderung dem Reiseveranstalter schriftlich innerhalb eines Monats nach Beendigung der Reise gegenüber zu erklären. Anderenfalls sind ihre Ansprüche ausgeschlossen.
Schließlich können sie vom Reiseveranstalter Schadensersatz verlangen, wenn sie den Mangel angezeigt haben. Die Schadensersatzpflicht ist allerdings dann ausgeschlossen, wenn der Reiseveranstalter den Mangel nicht zu vertreten hat. Dieses müsste er in einem Prozess gegebenenfalls beweisen. Ansprüche auf Schadensersatz können immer neben den anderen Ansprüchen geltend gemacht werden. Insbesondere haben sie einen Schadensersatzanspruch, der darauf gerichtet ist, ihnen die nutzlos aufgewendete Urlaubszeit zu ersetzen. Jedoch sprechen die Gerichte diesen nur dann zu, wenn eine Vereitelung der Reise vorliegt. Das ist einerseits der Fall, wenn die Reise ganz ausfällt oder dann, wenn sie zu einer Minderung von mindestens 50% berechtigt wären. Wie hoch der Schadensersatzanspruch im Einzelnen ist, hängt immer vom Einzelfall und dem jeweils zuständigen Gericht ab. Früher wurde der Anspruch nach dem Einkommen des Reisenden bemessen. Mittlerweile gehen die Gerichte dazu über, feste Pauschalen pro Tag zuzusprechen. Diese liegen zwischen 25 € und 72 € pro Tag (vgl. Landgericht Frankfurt, 17.12.2002, Az.: 2-19 O 233/02).

Sollte die Reise gar nicht Ihren Erwartungen sprechen, so können Sie diese auch kündigen. Immer dann, wenn ein erheblicher Mangel vorliegt, können Sie die Reise nach § 651e BGB kündigen. Allerdings ist die Kündigung nur dann zulässig, wenn dem Reiseveranstalter eine angemessene Frist zur Mängelbeseitigung gesetzt wurde. Ist Abhilfe jedoch nicht möglich, so kann ausnahmsweise auf die Frist verzichtet werden. Mit der Kündigung verliert der Reiseveranstalter den Anspruch auf den Reisepreis. Für bereits erbrachte Reiseleistungen, kann er jedoch eine angemessene Entschädigung verlangen. Jedoch sollten Urlauber vorsichtig sein, vorzeitig zu kündigen und nach Hause zu fahren. Sollte die Kündigung unwirksam seien, so bleiben sie weiterhin zur Zahlung des Reisepreises verpflichtet, auch wenn sie die Leistungen dann nicht mehr Anspruch genommen haben.

In jedem Fall ist zu beachten, dass etwaige Ansprüche spätestens innerhalb eines Monats nach Beendigung der Reise geltend gemacht werden müssen. Anderenfalls sind sie gemäß § 651g BGB ausgeschlossen. Der Tag des Reiseendes ist jedoch nicht mitzuzählen. Die Geltendmachung sollte am besten schriftlich erfolgen, um im Falle eines Prozesses diese beweisen zu können.

(tw) vom 19.07.2008

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