Autounfall unter Alkohol - zahlt die Vollkaskoversicherung das Auto?

Wer sich grob fahrlässig verhält, der muss auch damit rechnen, dass er seinen Versicherungsschutz verliert – sei es auch die Vollkaskoversicherung.
Sich volltrunken hinter das Steuer zu setzen wird von den Gerichten als grob fahrlässig angesehen. Was viele jedoch nicht wissen ist, dass dies nicht nur bei einem „Zustand der Fahruntüchtigkeit“ (ab 1,1 Promille) eintritt. So existiert nämlich auch noch die so genannte „relative Fahruntüchtigkeit“. Fährt man also mit weniger als 1,1 Promille und verursacht einen Unfall, so hat man für den Schaden einzustehen, wenn der Fahrer durch sein Fahrverhalten bewiesen hat, dass diese „alkoholische Beeinträchtigung“ (wenn auch gering) letztlich die Ursache für den Unfall war.
Vergnügt man sich z.B. auf dem Oktoberfest in München mit einigen „Maߓ Bier, schläft danach 5 Stunden, frühstückt ausgelassen und verursacht anschließend bei der Autofahrt einen Unfall mit einem Wert von nur noch 0,6 Promille, fällt dies trotz allem unter grobe Fahrlässigkeit, so entschied das Oberlandesgericht Karlsruhe. Dementsprechend war auch seine Versicherung erleichtert – diese musste nämlich nicht mehr für ihn einstehen (Oberlandesgericht Karlsruhe, Az.: 19 U 167/01).

Dieses sogenannte "Alles-oder-nichts-Prinzip", bei dem die Versicherung bei grober Fahrlässigkeit nicht zahlen musste galt aber nur bis zumzum 31.12.2007. Dann war die Versicherung in diesen Fällen tatsächlich insgesamt von ihrer Leistung befreit. Dem ist der Gesetzgeber seit 1.1.2008 nun entgegengetreten und hat in § 81 Abs. 2 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) festgelegt: "Führt der Versicherungsnehmer den Versicherungsfall grob fahrlässig herbei, ist der Versicherer berechtigt, seine Leistung in einem der Schwere des Verschuldens des Versicherungsnehmers entsprechenden Verhältnis zu kürzen." Der Versicherer ist also nicht mehr völlig von der Leistung befreit sondern seine Ersatzpflicht vermindert sich, je nachdem wie groß ihr alkoholbedingtes Verschulden am Autounfall ist. Die genaue Höhe würde dabei ein Gericht bestimmen.

vom 07.11.2008

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