Brennender Weihnachtsbaum / Adventskranz - zahlt das die Hausratversicherung?

Brennt erst einmal der Christbaum, so ist nicht nur Heiligabend gelaufen. Der Grund für einen brennenden Weihnachtsbaum sind häufig unbeaufsichtigte Kerzen am Baum. Es stellt sich dann vorallem die Frage, ob die Hausratversicherung den Schaden im Wohnzimmer und an den Geschenken ersetzt.

Häufig beriefen sich Versicherungen darauf, dass die nicht ordnungsgemäße Beaufsichtigung der Kerzen grob fahrlässig sei und sie deswegen nicht zur Zahlung verpflichtet wären. Was grob fahrlässig ist, ist im Einzelnen nicht genau festgelegt. Entscheidend ist, dass man sich so sorgfaltswidrig verhält, sodass sich jeder sagen müsste: "Wie konnte der nur...". Grob fahrlässig wäre es beispielsweise die Kerzen brennen zu lassen wenn man ins Bett oder zum Brötchen holen geht. So ist ein Außerachtlassen eines Adventskranzes für die Dauer von bis zu einer halben Stunde grob fahrlässig (Oberlandesgericht Düsseldorf, 21.09.1999, Az.: 4 U 182/98).
Bis zum 31.12.2007 war die Versicherung in diesen Fällen tatsächlich insgesamt von ihrer Leistung befreit. Dem ist der Gesetzgeber seit 1.1.2008 nun entgegengetreten und hat in ┬ž 81 Abs. 2 Versicherungsvertragsgesetz (VVG) festgelegt: "Führt der Versicherungsnehmer den Versicherungsfall grob fahrlässig herbei, ist der Versicherer berechtigt, seine Leistung in einem der Schwere des Verschuldens des Versicherungsnehmers entsprechenden Verhältnis zu kürzen." Der Versicherer ist also nicht mehr völlig von der Leistung befreit sondern seine Ersatzpflicht vermindert sich, je nachdem wie groß ihr Verschulden am brennenden Baum ist. Die genaue Höhe würde dabei ein Gericht bestimmen.

Wurde der Brand nicht grob fahrlässig herbeigeführt, so ersetzt die Versicherungen den Wert eines Gegenstands gleicher Art und gleicher Güte. Bei gebrauchten Gegenständen wird daher ein Abschlag vom Neupreis vorgenommen. Für Schäden am Gebäude kommt allerdings nicht die Hausratsversicherung sondern die Wohngebäudeversicherung auf.

Wichtig ist aber, dass der Schaden unverzüglich gemeldet werden muss. Spätestens binnen einer Woche muss die Schadensanzeige bei der Versicherung eingehen. Diese schickt dann meist ein Formular, in dem die Schäden genau anzugeben und ggf. mit einer Quittung zu belegen sind.

(tw) vom 30.11.2008

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