Keine Schadensanzeige gemacht, muss die Versicherung trotzdem zahlen?

Tritt der Versicherungsfall ein, so sind Sie verpflichtet den Schaden unverzüglich Ihrer Versicherung zu melden. Machen sie das nicht, so kann die Versicherung sich auf die fehlende Anzeige berufen und die Zahlung verweigern.

Wie ist es aber wenn ein Dritter es versäumt die Anzeige zu machen? Stellen Sie sich vor, sie überlassen einem Freund oder Kollegen (also einem Dritten) ihren Wagen und dieser baut prompt damit einen Unfall. Selbstverständlich benachrichtigen Sie sofort ihre Kaskoversicherung und leiten das Formular zur genauen Meldung des Schadens direkt an den Fahrer, nämlich ihren Dritten, mit der Bitte dies auszufüllen und anschließend an die Kaskoversicherung zu schicken. Schließlich hatte ja er den Schaden an ihrem Wagen verursacht und sollte sich nun auch um die Schadensbestimmung kümmern.
Doch was passiert nun, wenn der Fahrer ihres Wagens es einfach unterlässt, dieses Formular ausgefüllt an ihre Kaskoversicherung zu schicken?
Selbstverständlich versuchen sich Versicherungen in diesen Fällen auf die so genannte „Leistungsfreiheit“ zu berufen, da ja schließlich „keine rechtzeitige Schadensanzeige“ erfolgt sei. Dieser „Leistungsfreiheit“ in dem konkreten Falle hat das Landgericht Frankenthal jedoch ein Ende gesetzt und entschieden, dass der Fahrzeughalter hier zu Recht das Formular ordnungsgemäß an den Fahrer, der schließlich Bescheid wusste, weitergegeben hatte, so dass dieser dies ausfüllen konnte. Wenn dieser das nun unterlässt, kann es nicht zum Nachteil des Versicherten erfolgen. Die Versicherung muss vielmehr zahlen (Landgericht Frankenthal, ZfS 2002, 485).

vom 07.11.2008

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