Hilfe - Abgemahnt wegen der Urheberrechtsverletzung von Bildern, was tun?

Wurde man aufgrund der rechtswidrigen Bildernutzung, also ohne Einwilligung und entsprechende Vergütung des Urhebers, abgemahnt stellt sich nun die Frage: „Was tun?“

Es gibt hierzu kein allgemein geltendes Rezept, was sich immer auf Abmahnungen jeglicher Art erfolgreich anwenden lässt. Dies bestimmt sich vielmehr nach dem jeweiligen Einzelfall.

Gesagt werden kann jedoch folgendes:

Es empfiehlt sich zu allererst die verwendeten Bilder unverzüglich von seiner Website und von seinem Server zu löschen, so dass noch nicht mal Suchmaschinen im Zweifel darauf zugreifen können. Eine Unterlassungserklärung, in der man versichert auch in Zukunft die Bilder nicht mehr zu verwenden, sollte man auf alle Fälle unterschreiben. Denn tut man dies nicht, so besteht „Wiederholungsgefahr“, was wiederum einen Unterlassungsanspruch rechtfertigt, der einem dann noch teurer zu stehen kommt.
Bevor man die Unterlassungserklärung jedoch unterschreibt, sollte man diese von einem Anwalt prüfen lassen und sich am besten von ihm eine neue Unterlassungserklärung anfertigen lassen, die man dann umgehend der gegnerischen Seite unterschrieben zukommen lässt.
Die Kosten für den Schadensersatz der Bildernutzung richten sich nach bestimmten Maßstäben, den so genannten „MFM-Werten“ (Mittelstandsgemeinschaft Foto-Marketing), die jedes Jahr marktübliche Vergütungen für Bildernutzungsrechte widerspiegeln. Momentan liegen diese bei 310 € pro Bild für die Verwendung von bis zu 12 Monaten. Auch hier richtet sich dies nach dem Verwendungszeitraum, so wäre der Schadensersatz für die 6-monatige Nutzung von Bildern natürlich geringer als für die Nutzung über 2 Jahre.

Diese Beträge muss man meist auf alle Fälle dem Urheber zahlen, während bei der Abmahnung natürlich dann noch die Anwaltsgebühren hinzukommen und eventuelle Unterlassungsansprüche.

Es empfiehlt sich deshalb stets, Bilder selbst zu machen und diese dann auf seiner Website zu verwenden oder eben die Nutzungsrechte gleich bei dem Anbieter mit den Bildern zu erwerben.

Der Bilderklau ist anfangs zwar wenig Aufwand und scheinbar problemlos, doch sobald der Urheber seine ihm zustehenden Rechte geltend macht kommt man meist so schnell nicht wieder aus der Bredouille heraus.

vom 16.09.2008