Für Garderobe keine Haftung - Jacke weg, wer ist verantwortlich?

Sie betreten eine Bar, eine Diskothek oder gar ein Restaurant und möchten ihre Jacke / Mantel an der Garderobe abgeben, um sich so freier in der Räumlichkeit bewegen zu können.
Nachdem sie die Rückkehr nach Hause antreten möchten, wird ihnen an der Garderobe mitgeteilt, dass das unter ihrer Nummer abgegebene Kleidungsstück nicht mehr vorhanden ist. Die Garderobenbedienung zieht sich nur durch das alleinige Aufmerksammachen auf das daneben hängende Schild „Für Garderobe keine Haftung“ aus der Affäre.
Sofort fragt man sich, „kann sich der Wirt immer darauf berufen?“.
In welchen Fällen haftet er?

Man muss zunächst 2 Fälle unterscheiden:

• Garderobe ohne Blickkontakt zum Kleidungsstück:

In Diskotheken z.B. geben die Gäste ihre Kleidungsstücke meist an zentralen Garderoben ab, wodurch regelmäßig ein „Verwahrungsvertrag“ entsteht. In diesen Fällen, wo sie während ihres Aufenthalts keinen Blickkontakt zu ihrem Kleidungsstück in der Garderobe haben, da diese z.B. räumlich getrennt sind (unbewachter Nebenraum, nicht einsehbare Nische, Garderobenwand am Eingangsbereich) haftet der Wirt für das jeweilige Kleidungsstück. Das Schild „Für Garderobe keine Haftung“ spielt dabei absolut keine Rolle.
Er kann sich hier also nicht einfach aus der Affäre ziehen.
Die Abgabe einer Gebühr, die gerade die Garderobenbedienung dafür entschädigt, dass sie die Kleidungsstücke im Auge behält, verstärkt noch die Haftung des Wirtes.
Doch selbst, wenn keine Gebühr verlangt wird, ist er in einem solchen Fall verantwortlich.
Außerdem haftet er nicht nur für das Kleidungsstück (Jacke, Mantel), sondern ebenso für den Inhalt (Wertgegenstände etc.). Hier muss der Gast im Einzelfall nachweisen können, dass sich die jeweiligen Gegenstände auch wirklich im Kleidungsstück befanden.

• Garderobe mit Blickkontakt zum Kleidungsstück:

Hängt der Gast sein Kleidungsstück an eine offene Garderobe, also z.B. einen simplen Garderobenhacken, der sich im selben Raum befindet und dadurch auch einen direkten Blickkontakt des Gastes erlaubt, so kann sich der Wirt auf seinen Haftungsausschluss berufen, sollte das Kleidungsstück abhanden kommen. Er haftet nicht in einem solchen Falle, da der Gast sein Kleidungsstück durchgehend beobachten konnte. Ob ein solches Schild mit der Aufschrift „Für Garderobe keine Haftung“ in einem solchen Fall den Gast darauf aufmerksam macht, spielt keine Rolle. Selbst wenn ein solches Schild nicht vorhanden ist, bleibt die Verantwortlichkeit bei dem Gast selbst.

vom 12.04.2009