Cyber-stalking ist eine neuere Spielart des herkömmlichen Stalking, die sich der Mittel der modernen Kommunikation, insbesondere des Internets und der neuen sozialen Netzwerke, zur Nachstellung des Opfers bedient. Die neuartigen Methoden der Nachrichtenübermittlung wie facebook oder auch die Möglichkeit, sms zu versenden, haben auch für Stalker eine Vielzahl anderer Mittel zur Verfolgung und Belästigung ihrer Opfer zur Folge. Außerdem kann ein Stalker mit Hilfe dieser Instrumente sein Opfer in relativer Anonymität belästigen. Der Grundtatbestand des Stalking bleibt derselbe: der Täter stellt dem Opfer nach und greift damit in dessen Lebensführung ein. Nur die Methoden sind andere, nämlich die der modernen Kommunikation. Das cyber-Stalking ist dabei eng mit dem cyber-Mobbing verwandt, bei dem das Opfer über das Internet beleidigt und bloßgestellt wird. Der Unterschied in der Wortwahl liegt wohl mehr in der Intensität der Angriffe auf das Opfer und dem psychologischen Hintergrund beim Täter als in den tatsächlichen Folgen. Für die strafrechtliche Beurteilung ist die Bezeichnung als cyber-Stalking oder Mobbing indes nicht ausschlaggebend.
Die Handlungen, die der Stalker oder Mobber dabei ausführt, können vielfältig sein: sie reichen von Droh-sms und negativen Foreneinträgen über gefälschtes Bildmaterial, das online gestellt wird bis hin zu kompletten Webseiten, die über das Opfer erstellt werden, um es in der Öffentlichkeit bloßzustellen.

