Anwalt wechseln: Bei schlechter Vertretung Rechtsanwalt das Mandat entziehen?

Ist der Rechtsanwalt nicht ans Telefon zu bekommen? Leitet er die Korrespondenz nicht an sie weiter oder lässt gar die Forderungen verjähren? Was viele nicht wissen ist, dass man an seinen Anwalt nicht gebunden ist. Vielmehr herrscht der Grundsatz der freien Anwaltswahl. Das gilt nicht nur bevor sie ein Mandat vergeben. Sie können den Anwalt auch jederzeit wechseln. Es handelt sich bei dem Vertrag, den sie mit einem Anwalt schließen nämlich um einen sogenannten Geschäftsbesorgungsvertrag. Nach den §§ 675, 627 Abs. 1 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) haben sie jederzeit das Recht das Mandatsverhältnis zu kündigen. Dafür muss kein wichtiger Grund vorliegen. Es reicht schon, dass der Anwalt Ihnen nur mit Fachchinesisch kommt und sie nichts verstehen. Kündigen Sie, so muss der Anwalt Ihnen die Unterlagen herausgeben, die Sie ihm zur Ausübung des Mandats überlassen haben. Allerdings müssen sie dem Anwalt dann auch die Vergütung für die bereits erbrachten Dienstleistungen zahlen. Wichtig: Dem Rechtsanwalt steht übrigens kein sogennantes Zurückbehaltungsrecht an Ihren Unterlagen zu. Er kann also die Herausgabe der Unterlagen nicht verweigern, wenn Sie ihm die Vergütung noch nicht bezahlt haben. Das folgt daraus, dass die Unterlagen treuhänderisch verwahrt werden (Bundesgerichtshof, 03.07.1997, Az.: IX ZR 244/96). Benötigt der Mandant also die Unterlagen, um seine Forderungen weiter durchzusetzen, so muss der Anwalt sie sofort herausgeben.

(tw) vom 08.12.2008

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