Anwaltsrechnung zu hoch - was tun?

Haben Sie das Gefühl, dass die Rechnung Ihres Anwaltes zu hoch ist? Das Gefühl kann sich insbesondere dann aufdrängen, wenn man gerade einmal zehn Minuten bei Anwalt gesessen hat.
Viele wissen nicht, dass die Vergütung des Anwaltes gesetzlich festgelegt ist. Der Anwalt kann immer nur so viel verlangen, wie das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) festschreibt. Dabei werden die Anwaltsgebühren nach der Höhe des Streitwertes berechnet. Hinzu kommen Auslagen, Gerichtsgebühren und die Mehrwertsteuer in Höhe von derzeit 19%. Allerdings hängt die Vergütung nicht zwingend davon ab, wie viel der Anwalt macht. Es handelt sich vielmehr um sogenannte Rahmengebühren. Auch wenn der Anwalt nur zwei Schreiben rausschickt wird die Gebühr fällig, die das Gesetz vorsieht. Daher kann auch bei geringfügigen Tätigkeiten eine überhöht erscheinende Gebühr auf der Rechnung erscheinen. Das ist nicht falsch.

Haben Sie allerdings Zweifel daran, dass der Anwalt die Rechnung zu hoch ausgestellt hat, so sollten Sie Ihn auf Ihre Bedenken hinweisen und ihm Gelegenheit zur Anpassung geben. Zeigt der Anwalt sich uneinsichtig, so sollten entweder Sie einem anderen Anwalt die Möglichkeit geben, die Gebührenhöhe zu überprüfen.
Sie können sich außerdem an die zuständige Rechtsanwaltskammer wenden (diese finden sie auf dem Briefkopf des Rechtsanwalts). Diese leitet ein internes Verfahren gegen den Rechtsanwalt ein, wenn die Voraussetzungen dafür vorliegen. Übrigens: Fordert der Anwalt Gebühren ein, die höher sind, als gesetzlich vorgesehen, so macht der Anwalt sich sogar strafbar. Das stellt § 352 des Strafgesetzbuches (StGB) klar.

(tw) vom 08.12.2008

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