Wie viel kostet ein Rechtsanwalt?

Viele Menschen scheuen den Gang zum Anwalt, weil sie glauben, dass er zu teuer wäre. Der Grund für die Zögerlichkeit ist also, dass man als Laie gar nicht weiß wie viel ein Rechtsanwalt kostet. Dabei ist im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) gesetzlich geregelt, wie viel ein Anwalt kostet. Dabei beruht die Vergütung des Anwalts immer auf dem Streitwert, also dem Geldbetrag, um den es im konkreten Fall geht. Jedem Streitwert ist in einer Tabelle eine Gebühr zugeordnet. Diese Gebühr fällt zu bestimmten - näher bezeichneten - Teilen immer an, wenn der Anwalt tätig wird, er also z.B. in einem Gerichtstermin auftritt oder eine außergerichtliche Einigung herbeiführt. Die sich so ergebenen einzelnen Posten werden addiert, daneben treten eventuell Auslagen (Telefon, Fahrtkosten, Fotokopien etc.) und Gerichtsgebühren. Dazu kommt ferner die Umsatzsteuer in Höhe von derzeit 19%.

Beispielsrechnung:
Sie kaufen einen Fernseher für 900 Euro, der defekt ist und wollen ein neues Gerät.

Streitwert: 900 Euro
Volle Rechtsanwaltsgebühr: 65 Euro
Erstberatung durch Anwalt: 5.5/10 der vollen Gebühr = max. 36 Euro

Eine anwaltliche Erstberatung kostet im Beispiel also maximal 36 Euro zzgl. 19% MwSt. Übrigens ist der Lohn für die Erstberatung begrenzt. Der Anwalt kann für diese - unabhängig vom Streitwert - maximal 190 Euro zzgl. MwSt fordern. Freilich ist es immer möglich, dass im Einzelfall stattdessen eine schriftliche Honorarvereinbarung getroffen wird. Dabei kann zum Beispiel ein Studenlohn vereinbart werden.

Einen Rechner, der das Prozessrisiko errechnet finden Sie z.B. hier: Kostenrechner online.

(tw) vom 07.12.2008

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