Muss man Inkassomitarbeiter die Wohnung betreten lassen? Was tun bei Drohung / Befragung der Nachbarn?

Nein. Niemand hat das Recht Ihre Wohnung zu betreten. Nur in Ausnahmefällen (Gefahr im Verzug, Zwangsvollstreckung, etc.) kann ein Richter die Durchsuchung anordnen. Dies ist sogar im Grundgesetz in Art. 13 GG festgelegt. Inkassomitarbeiter sind keine Gerichtsvollzieher. Sollte sich ein Mitarbeiter dennoch Zutritt zur Wohnung verschafft haben, sind Sie berechtigt, ihn jederzeit zum Verlassen aufzufordern. Kommt er der Aufforderung nicht nach, kommt eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch in Betracht.
Der säumige Schuldner muss damit rechnen, dass das Inkassounternehmen einen gewissen Druck ausübt. Jedoch sind auch hier gewisse Grenzen einzuhalten. Der Schuldner muss nicht alles dulden.
Sollten Mitarbeiter des Inkassounternehmens die Grenzen des gewissenhaften Eintreibens überschreiten, kann durchaus schon der Tatbestand der Nötigung verwirklicht sein. Dies ist insbesondere in Fällen des „schwarzen Mannes“ vor der Tür oder eben auch bei Befragungen der Nachbarn der Fall. Schon im Falle der Gewaltandrohung kann dem Unternehmen die Lizenz entzogen werden. (Landgericht Köln vom 18.03.2008 Az: 33 O 390/06)
Darüber hinaus bedarf ein Inkassounternehmen die Erlaubnis nach dem Rechtsberatungsgesetz durch den Präsidenten des Landgerichts. Gegebenenfalls kann auch bei diesem als erster Schritt eine Beschwerde eingereicht werden, wenn die Grenzen eines seriösen Forderungsmanagement überschritten sind.

(tw) vom 05.05.2009

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