Tischreservierung - ist diese für mich als Gast verbindlich?

Sie kennen das: Man reserviert sich einen Tisch in einem Restaurant und auf einmal geht alles schief. Man endet so im Streß, dass man in der ganzen Aufregung total die Tischreservierung vergisst und es auch erst dann merkt, wenn’s zu spät ist.
Natürlich wissen sie, dass sie früh genug beim Restaurant hätten anrufen und die Tischreservierung stornieren müssen. Doch nun ist’s zu spät und sie wiegen sich in Sicherheit. Doch ist es wirklich so sicher, dass man ohne Konsequenzen aus der Sache rauskommt?

• Verbindliche Reservierung

Wenn sie bestimmte Speisen zu einem festen Preis mit dem Wirt (z.B. Menü für 4 Personen) vereinbaren, so gilt diese Bestellung als verbindlich. Abbestellungen seitens des Gastes muss der Wirt dann nicht mehr akzeptieren. Stornieren sie somit z.B. die verbindliche Reservierung, da sie aufgrund von Schnee und Eis vorsichtshalber nicht zum Essen fahren möchten, so kann der Wirt Schadensersatz verlangen (Landgericht Kiel, Az. 8 S 160/97). Zunächst muss er jedoch ausreichend beweisen können, dass er aufgrund der Stornierung andere Gäste abgewiesen oder vergebliche Aufwendungen hatte (z.B. aufgrund des hierfür bestellten Personals, oder -Menüs).

• Normale Tischbestellung

Legen sie bei der Tischbestellung jedoch selbst nur Zeit und Anzahl der Personen fest und wollen à la carte essen, so ist auch diese Reservierung für den Gast verbindlich (Amtsgericht Siegburg, Az.: 6 C 464/90). Zudem hat der Wirt einen Anspruch auf Schadensersatz für den entstandenen Schaden (Landgericht Kiel, Az.: 8 S 160/97). Allerdings muss der Wirt auch hierfür ausreichend beweisen können, dass ihm durch ihr "Nichterscheinen" ein Schaden enstanden ist.

vom 05.04.2009

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