Zu lange Wartezeiten auf das Essen - kann man die Rechnung kürzen?

Sie befinden sich in einem Restaurant, haben bereits bestellt und auch die Getränke sind fix serviert. Doch dann müssen über eine Stunde auf ihre bestelltes Essen warten. Da stellt sich doch die Frage, ob dies legitim ist oder man den Essenpreis eventuell sogar kürzen kann. Die Rechtsprechung entschied hier, dass der Gast bei zu langen Wartezeiten tatsächlich den Preis mindern kann. Im konkreten Fall durften Gäste, die an einem reservierten Tisch 2 Stunden auf ihr Essen warten mussten, den Menüpreis um 20 Prozent herabsetzen, dies entschied das Amtsgericht Hamburg (Az. 20 a C 275/73). Beim Landgericht Karlsruhe durften Gäste für eine Verspätung des Essen von 1,5 Stunden sogar 30 Prozent mindern (LG Karlsruhe, Az.: 1 S 196/02).
Sie haben ebenfalls die Möglichkeit, der Bedienung nach einer angemessenen Zeit eine Frist zu setzen. Nach Ablauf der Frist können sie dann entscheiden, ob sie die Speisen / Getränke noch annehmen - oder eher vom Vertrag zurücktreten wollen. Im Falle des Rücktritts müssen sie die nicht gelieferten Speisen oder Getränke auch nicht mehr bezahlen.
Wartezeiten, die man jedoch zunächst akzeptieren muss, betragen 20 Minuten bei Getränken und 45 Minuten bei normalen Speisen. Für ein Vier-Gänge-Menü müssen auch einmal 2 Stunden einkalkuliert werden. Bei einem Festessen sind wiederum 1,5 Stunden Wartezeit in Ordnung. Bei Getränken kann laut Rechtsprechung nach 20 Minuten bereits 30 Prozent des Preises herabsetzen.

vom 06.04.2009