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Krank im Urlaub: Was beachten? Verlängert sich der Urlaub, brauche ich ein Attest?

Werden Sie im Urlaub krank oder haben sogar einen Unfall, so ist die Erholung meist dahin. In diesen Fällen werden die Tage der Arbeitsunfähigkeit nicht auf den Urlaub angerechnet. Das schreibt § 9 BUrlG ausdrücklich vor. Beachten Sie aber, dass der Urlaub sich nicht automatisch verlängert. Vielmehr müssen Sie beim Chef nach der Rückkehr einen erneuten Urlaub für die Krankheitstage beantragen.

Allerdings müssen die Krankheitstage durch ärztliches Attest nachgewiesen werden. Allerdings liegt die Betonung auf „Arbeitsunfähig“. Bloßes Kranksein im Sinne einer leichten Erkältung reicht nicht aus. Dabei sollte man darauf achten, dass die Bescheinigung des Arztes die Arbeitsunfähigkeit selbst auch wirklich attestiert. Macht man außerhalb der Europäischen Union (EU) Urlaub und ist dort beim Arzt, so reicht eine formlose Bescheinigung in der Regel nicht aus, wenn diese nicht zwischen Arbeitsunfähigkeit und Krankheit unterscheidet (Bundesarbeitsgericht vom 01.10.1997, Az.: 5 AZR 499/96).

Wenn Sie im Urlaub erkranken, so sollten Sie Ihren Arbeitgeber schnellstmöglich (am besten per Fax) über die Krankheit informieren. Dabei sollten Sie die

  • Art der Arbeitsunfähigkeit
  • deren voraussichtliche Dauer
  • die Adresse am Urlaubsort
  • voraussichtliche Datum der Rückkehr

an den Chef übermittlen. Die Kosten für diese Informationen muss der Arbeitgeber tragen, § 5 Abs. 2 Satz 2 Entgeltfortzahlungsgesetz (EntFZG). Wer die Informationen unterlässt, geht die Gefahr ein, eine Abmahung zu erhalten.