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Was ist eine Gewerkschaft? Was sind die Aufgaben?

Gewerkschaften sind Arbeitnehmerorganisationen, die die Interessen der ihr angeschlossenen Mitglieder gegen die jeweiligen Arbeitgeber und deren Verbände durchsetzen sollen. Viele dieser Gewerkschaften sind als privatrechtliche Vereine organisiert, was ihnen eigene Rechtspersönlichkeit als juristische Person verleiht. Hier besteht allerdings die Besonderheit, dass auch bei einer anderen Organisationsstruktur eine eigene Rechtspersönlichkeit der Gewerkschaft angenommen wird. Darüber hinaus sind die Gewerkschaften durch ihre Mitglieder häufig mit den unternehmensinternen Betriebsräten vernetzt, die die unmittelbare Mitarbeitervertretung in einem Unternehmen darstellen.

Die wichtigste Aufgabe der Gewerkschaft ist der Abschluss von Tarifverträgen, die unter anderem Einkommen und Arbeitssituation der Arbeitnehmer zum Gegenstand haben können, mit anderen Tarifparteien. Dementsprechend ist wichtige Voraussetzung für die Anerkennung als Gewerkschaft die Tariffähigkeit (vgl. Bundesarbeitsgericht, 19.09.2006, Az. 1 ABR 53/05), sie muss also frei gebildet, unabhängig, gegnerfrei und auf überbetrieblicher Grundlage organisiert sein. Zudem muss sie das geltende Tarifrecht anerkennen, die Interessenwahrnehmung ihrer Mitglieder zum Ziel und überhaupt den Willen haben, Tarifverträge abzuschließen (siehe auch Bundesarbeitsgericht, 28.03.2006, Az. 1 ABR 58/04).

Außerdem muss eine gewisse soziale Mächtigkeit im Sinne einer bestimmten Durchsetzungsfähigkeit vorliegen, ebenso wie eine leistungsfähige Organisation (vgl. Bundesarbeitsgericht, 19.09. 2006, Az. 1 ABR 53/05).
Neben der Funktion als Tarifpartei beraten die Gewerkschaften ihre Mitglieder in arbeitsrechtlichen Fragen und unterstützen Betriebsräte, die andere wichtige Form der Arbeitnehmermitbestimmung, bei der Wahrnehmung der Arbeitnehmerinteressen. Außerdem bieten sie ihren Mitgliedern häufig kostenlosen Rechtsschutz bei Prozessen vor dem Arbeitsgericht.